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11.03.2020
Eine bestimmte Gehirnregion ist bei Cannabiskonsumierenden etwas kleiner als bei abstinenten Personen. Dieser Effekt scheint aber nicht von Dauer zu sein.

Bild: Cookie Studio / Fotolia.de
Hat Cannabiskonsum Einfluss auf die Größe einzelner Gehirnregionen? Forscher aus den USA haben sich mit dieser Frage befasst und die Daten einer großen Studie genutzt, in der Aufnahmen vom Inneren des Gehirns gemacht wurden. Im Human Connectome Project wurden die Aufnahmen mit Hilfe der Magnetresonanztomographie erstellt, abgekürzt MRT.
Studienleiter Max Owens und sein Team haben MRT-Aufnahmen von über 1.000 Personen ausgewertet. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf zwei Gehirnregionen: den Hippocampus und die Amygdala. Der Hippocampus ist eine wichtige Schaltzentrale für das Gedächtnis. Die Amygdala ist für die Verarbeitung bestimmter Gefühle wie Furcht zuständig.
Owens und sein Team haben die MRT-Aufnahmen von Cannabiskonsumierenden und abstinenten Personen miteinander verglichen. Aktueller Cannabiskonsum wurde mit Hilfe von Urintests nachgewiesen. Ein positiver Urintest deutet darauf hin, dass der letzte Konsum nur ein paar Tage zurückliegt. Bei starkem Konsum ist der Nachweis aber noch mehrere Wochen nach dem letzten Konsum möglich.
Das Team fand heraus, dass bestimmte Bereiche des Hippocampus kleiner waren, wenn die Person aktuell Cannabis konsumierte. Die Amygdala war hingegen nicht betroffen. Auch schienen weder das Alter des Konsumeinstiegs noch die Konsumhäufigkeit von Bedeutung zu sein. Ob die Person jemals cannabisabhängig war, war ebenfalls nicht von Belang.
Wie sind die Ergebnisse zu verstehen? Ihre Studie würde nach Einschätzung des Forschungsteams dafürsprechen, dass aktueller Cannabiskonsum den Hippocampus zwar ein wenig schrumpfen lässt. Dieser Effekt würde aber vermutlich nach einer Weile wieder verschwinden, wenn die Person aufhört zu konsumieren. Cannabis scheint also keine unwiderruflichen Gehirnveränderungen zu verursachen. Damit würden sich auch Ergebnisse früherer Studien bestätigen, denen zufolge sich das Gedächtnis bei Abstinenz vom Kiffen wieder erholt.
Nach Aussagen der Forscher seien die gefundenen Veränderungen zwar eher klein, diese könnten dennoch von Bedeutung sein, beispielsweise für Studierende oder andere Personen, die auf ein gutes Gedächtnis angewiesen sind.
Quelle:
Owens, M. M., Sweet, L. H. & MacKillop, J. (2020). Recent cannabis use is associated with smaller hippocampus volume: High‐resolution segmentation of structural subfields in a large non‐clinical sample. Addiction Biology, e12874. https://doi.org/10.1111/adb.12874.
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