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Kiffer haben es schwerer beim Ausstieg aus dem Tabakrauchen

08.01.2020

Es ist Januar, der Monat der guten Vorsätze. Viele Menschen nehmen sich vor, mit dem Tabakrauchen aufzuhören. Wer gleichzeitig Cannabis konsumiert, könnte es aber schwerer haben.

Schriftzug STOP aus Zigaretten

Bild: D-Kein / istockphoto.com

Jetzt ist Schluss mit dem Rauchen. Das zumindest nehmen sich viele Raucherinnen und Raucher zum Jahresanfang vor. Nikotin hat allerdings ein sehr hohes Suchtpotential. Viele Ausstiegswillige werden schon in den ersten Monaten rückfällig. Eine aktuelle Studie zeigt: Wer neben Zigaretten auch Cannabis raucht, verschlechtert seine Chancen auf einen erfolgreichen Rauchausstieg.

Bekannt ist, dass Cannabis und Tabak eine enge Verbindung eingehen können. Unter Raucherinnen und Rauchern ist der Cannabiskonsum deutlich stärker verbreitet als unter nichtrauchenden Personen. Zudem kann das Kiffen zur Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit beitragen. Möglicherweise „profitieren“ sowohl Cannabis als auch Tabak von der Tatsache, dass die Form des Konsums mehr oder weniger gleich ist: Beides wird meist geraucht. Hat sich der Körper erst einmal an das Einatmen von kratzigem Rauch gewöhnt, sinkt die Einstiegsschwelle für das Rauchen einer weiteren Substanz.

Die Allianz zwischen Cannabis und Tabak hat einer kanadischen Studie zufolge auch Konsequenzen für den Rauchausstieg. Studienleiterin Sabrina Voci und ihr Team konnten an einer Stichprobe von über 35.000 Personen nachweisen, dass es ausstiegswilligen Raucherinnen und Rauchern schwerer fällt, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, wenn sie zusätzlich Cannabis konsumieren.

Motiv für das Kiffen beeinflusst Rauchausstieg

Alle Teilnehmenden der Studie haben an einem Ausstiegsprogramm teilgenommen, bei dem sie unter anderem Nikotinersatzpräparate bekommen haben. Sechs Monate nach Beginn des Programms hatten Cannabiskonsumierende eine um 24 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Ausstieg aus dem Tabakrauchen als cannabisabstinente Personen.

Eine vertiefte Analyse hat gezeigt, dass allerdings nicht jeder Cannabiskonsum mit einer erhöhten Rückfallgefahr in Verbindung steht. Vielmehr scheint der Zweck des Konsums eine Rolle zu spielen. Nur bei Personen, die Cannabis zu Freizeitzwecken konsumieren, konnte eine geringere Ausstiegswahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Wer Cannabis aus medizinischen Gründen konsumiert, hat den Ergebnissen zufolge eine vergleichbare Chance auf den Rauchausstieg wie Personen, die kein Cannabis konsumieren.

 

Quelle:

Voci, S., Zawertailo, L., Baliunas, D., Masood, Z. & Selby, P. (2020). Is cannabis use associated with tobacco cessation outcome? An observational cohort study in primary care. Drug and Alcohol Dependence, 206, 107756. 


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