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20.04.2022
In Europa wurden im letzten Jahr mehr illegale Drogen konsumiert. Das geht aus Analysen von Abwasserproben hervor. Nur der Konsum von Ecstasy war rückläufig.

Bild: Vladimir Zapletin / istockphoto.com
Abwasser ist für die meisten von uns nur eine stinkende Brühe. Forschende können der Kloake jedoch interessante Daten entlocken. Wenn wir Menschen mal müssen, landen Spuren von fast allem, was wir zu uns nehmen, über den Urin in der Kanalisation.
Konsumieren wir Drogen, werden diese in unserem Körper meist zu anderen Substanzen umgewandelt. Ein Abbauprodukt von Kokain wird beispielsweise nur im menschlichen Körper hergestellt. Finden sich Spuren dieser Substanz im Abwasser, muss jemand Kokain konsumiert haben. Forschende messen den Anteil an Rückständen von Kokain und anderen Drogen in Abwasserproben und können anschließend hochrechnen, wie verbreitet der Drogenkonsum in einer Region ist.
Seit 2011 untersucht ein Verbund von Forschenden die Abwässer von europäischen Städten auf Drogenrückstände. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, abgekürzt EMCDDA, hat kürzlich neue Ergebnisse des Forschungsverbunds veröffentlicht. Demnach gab es einen Anstieg bei vier von fünf untersuchten Drogen. Nur MDMA, auch bekannt als Ecstasy, war in den meisten Städten seltener nachweisbar. Dieser Umstand sei vermutlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, als fast alle Clubs und Bars schließen mussten.
Anders ist die Situation bei Kokain. Wie schon in den vergangenen Jahren gab es die höchsten Werte für Kokain in den Städten West- und Südeuropas. Inzwischen finden sich aber auch in den meisten osteuropäischen Städten Rückstände von Kokain im Abwasser. Der Vergleich zwischen 2020 und 2021 zeigt: In 32 von 58 Städten, für die Daten aus beiden Jahren vorlagen, gab es einen Anstieg der Kokainrückstände. Die höchsten Werte fanden sich in Belgien, den Niederlanden und Spanien.
Auch für Cannabis, Amphetamin und Methamphetamin wurden sowohl steigende Werte gefunden als auch eine stärkere Verbreitung über ganz Europa. Alle fünf untersuchten Substanzen seien an allen Studienorten gefunden worden. In den Vorjahren habe es noch größere Unterschiede in Europa gegeben.
„Die heutigen Ergebnisse liefern uns eine wertvolle Momentaufnahme des Drogenkonsums in 75 Städten und bieten wertvolle Einblicke in neue Trends“, erklärt Alexis Goosdeel, Direktor der EMCDDA. „Die Ergebnisse zeigen sowohl einen Anstieg als auch eine Ausbreitung der meisten untersuchten Substanzen, was auf ein weit verbreitetes und komplexes Drogenproblem zurückzuführen ist.“
Quellen:
Webanalyse / Datenerfassung
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