Rauschtrinken Jugendlicher in Zusammenhang mit reduzierter Hirnsubstanz

03.02.2017

Wenn Jugendliche sich häufig betrinken, könnte dies ihre Hirnentwicklung beeinträchtigen. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie weisen darauf hin, dass die so genannte graue Substanz betroffen sein könnte.

Zwei Frauen schneiden Grimassen

Bild: Miss.Erfolg / photocase.com

Unser Gehirn besteht aus grauer und weißer Substanz. Weiß sind die Nervenfasern, grau die Nervenzellkörper. Vor allem der Cortex, so der Fachbegriff für die Hirnrinde, besteht aus grauer Substanz. Im Jugendalter findet ein wichtiger Umbauprozess in der grauen Substanz statt. In dieser Phase experimentieren einige Jugendliche auch mit Alkohol. Den Ergebnissen einer aktuellen Studie zufolge könnte Alkohol die Entwicklung der grauen Substanz beeinträchtigen.

An der Studie aus Finnland haben 35 junge Erwachsene teilgenommen, die seit ihrer Jugend wöchentlich Rauschtrinken betreiben, aber noch nicht die Kriterien für problematischen Alkoholkonsum erfüllen. Zum Vergleich hat das Forschungsteam 27 gleichaltrige junge Erwachsene hinzugezogen, die nur wenig Alkohol trinken.

Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) wurden die Gehirne „durchleuchtet“. MRT-Aufnahmen erlauben es, das Volumen einzelner Hirnareale zu vermessen. Dadurch ließ sich nachweisen, dass die graue Substanz bei den Teilnehmenden mit starkem Alkoholkonsum ein teilweise kleineres Volumen aufwies als bei Personen mit moderatem Alkoholkonsum.

Impulskontrolle betroffen

Genau genommen waren der anteriore cinguläre Cortex im Frontalhirn sowie die Inselrinde betroffen. Das Frontalhirn spielt nach Angaben des Forschungsteams eine wichtige Rolle für die Impulskontrolle, also für die Fähigkeit, aufkommende Handlungsimpulse unterdrücken zu können. Fehlfunktionen in diesem Bereich könnten mit verstärktem Konsum von psychoaktiven Substanzen in Zusammenhang stehen. Ähnliches gelte für die Inselrinde, da Veränderungen in diesem Bereich mit einer reduzierten Sensibilität für die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums in Verbindung stehen würden.

Allerdings könne auf Grundlage der Ergebnisse nicht gesagt werden, ob die Veränderungen durch überhöhten Alkoholkonsum verursacht werden. Denkbar sei, dass unterschiedliche Hirnstrukturen verstärkten Alkoholkonsum nach sich ziehen. Das Rauschtrinken wäre dann eher Folge als Ursache. „Der exakte Mechanismus, der sich hinter diesen strukturellen Veränderungen verbirgt, ist noch nicht bekannt“, erklärt die Erstautorin Noora Heikkinen.

Nach Angaben des Forschungsteam könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass der stärkere Tabakkonsum der Personen mit Rauschtrinken Einfluss nimmt auf die Hirnentwicklung. So gibt es beispielsweise Hinweise, dass die Inselrinde bei jugendlichen Raucherinnen und Raucher umso dünner ist, je mehr sie rauchen.

Generell sei es nicht möglich, Grenzwerte für den Alkoholkonsum von Jugendlichen zu nennen, wie es beispielsweise für Erwachsene üblich ist. In der für die Gehirnentwicklung sensiblen Phase sollten junge Menschen daher besser ganz auf Alkohol verzichten, empfehlen die Autorinnen und Autoren der Studie.

Heikkinen sagt jedoch auch, dass es Hinweise aus der Forschung gibt, die dafür sprechen, dass diese Hirnveränderungen sich wieder normalisieren, wenn der Alkoholkonsum reduziert wird.


Quellen:

  • Pressemitteilung University of Eastern Finland (7.12.2016)
  • Heikkinen, N., Niskanen, E., Könönen, M., Tolmunen, T., Kekkonen, V., Kivimäki, P., Tanila, H., Laukkanen. E. & Vanninen, R. (2017). Alcohol consumption during adolescence is associated with reduced grey matter volumes. Addiction, DOI: 10.1111/add.13697.

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