Schwere Nervenschäden durch Konsum von Lachgas

29.09.2021

Lachgas klingt nach Spaß. Häufiger Konsum von Lachgas kann jedoch schwere Nervenschäden nach sich ziehen. In einer aktuellen Studie werden zwölf Fälle beschrieben.

Bild: Corinne Poleij / istockphoto.com

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Lachgas erstmals zur Betäubung in der Medizin verwendet. Der Zahnarzt H. Wells konnte seinen Patientinnen und Patienten damit die Angst vor dem Zähneziehen nehmen. Noch heute wird Distickstoffmonoxid, so die chemische Bezeichnung, sowohl in der Medizin verwendet als auch zu technischen Zwecken, beispielsweise als Treibgas in Sahnespenderkapseln.

Lachgas hat nicht nur eine schmerzstillende, betäubende Wirkung. Wenige Sekunden nach der Inhalation von Lachgas können sich Wärme- und Glücksgefühle ausbreiten, die aber nur wenige Minuten anhalten. Neben dem Risiko, plötzlich das Bewusstsein zu verlieren, kann häufiger Konsum die Nerven schädigen, wie eine aktuelle Studie mit Fallberichten aufzeigt.

Lachgas im Lockdown

Ein französisches Ärzteteam hat zwölf Fälle beschrieben. Sechs Männer und sechs Frauen im Alter von 19 bis 28 Jahren wurden zwischen August 2020 und April 2021 in einem Krankenhaus im Norden von Paris behandelt. Alle Betroffenen hatten neurologische Probleme, die auf den Konsum von Lachgas zurückgeführt wurden. Das Ärzteteam vermutet, dass die Lockdown-Maßnahmen während der Corona-Pandemie dazu beigetragen haben, dass mehr Menschen zu dem leicht verfügbaren Mittel gegriffen haben.

Im Schnitt konsumierten die Patientinnen und Patienten seit etwa einem Jahr regelmäßig Lachgas. Alle entwickelten teils schwere Schäden im Rückenmark und in peripheren Nerven. Letztere sind Nerven, die sich außerhalb des zentralen Nervensystems befinden.

Schwere Gangstörungen

Die Nervenschäden führten bei den Betroffenen zu teils erheblichen Gangstörungen. Fünf hatten so starke Einschränkungen, dass sie ohne Hilfe nicht mehr gehen konnten. Eine Person hatte Sehstörungen und zwei Personen entwickelten psychotische Symptome.

Lachgas verändert die chemische Struktur des Vitamin B12, so dass es dem Körper nicht mehr zur Verfügung steht. Dies kann unter anderem zum Abbau der Myelinscheide führen. Die Myelinscheide ist eine Art Isolierung um Nervenfasern. Ohne Myelinscheide ist die Reizweiterleitung in den Nervenfasern nicht möglich.

Zur Behandlung der neurologischen Schäden bekamen die Patientinnen und Patienten Vitamin B12. Alle Patientinnen und Patienten schienen sich danach zu erholen. Acht Personen, die mehrere Wochen später zu einer Nachuntersuchung kamen, litten aber weiterhin unter sensorischen und Bewegungsstörungen.

Das Ärzteteam warnt daher vor dem Missbrauch von Lachgas zu Rauschzwecken. Konsumierende inhalieren das Gas meist aus Luftballons, die zuvor mit Distickstoffmonoxid aus Sahnespenderkapseln befüllt wurden. Frühere Studien haben ebenfalls von Nervenschäden, aber auch von Stürzen infolge plötzlicher Bewusstlosigkeit berichtet.

Quelle:

Vollhardt, R., Mazoyer, J., Bernardaud, L., Haddad, A., Jaubert, P., Coman, I., Manceau, P., Mongin, M. & Degos, B. (2021). Neurological consequences of recreational nitrous oxide abuse during SARS-CoV-2 pandemic. Journal of Neurology, https://doi.org/10.1007/s00415-021-10748-7.

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