Home > News > Aktuelle Meldungen > Smartphone-Sucht - Eltern haben schlechten Einfluss auf ihre Kinder
15.02.2023
Achtung „Smombies“ im Doppelpack! Wenn Eltern ständig auf ihr Smartphone starren, machen ihre Kinder es ihnen oft nach, wie eine Studie aus Südkorea nahelegt.

Bild: AndreyPopov / istockphoto.com
Der Kopf ist leicht geneigt, der Blick starr auf den kleinen Bildschirm gerichtet. Wenn Menschen wie hypnotisiert auf ihr Smartphone schauen und ihre Umgebung dabei kaum noch wahrnehmen, werden sie manchmal scherzhaft „Smombies“ genannt. Es ist ein zusammengesetztes Kunstwort aus „Smartphone“ und „Zombie“.
Dem Sog des Smartphones verfallen nicht nur Jugendliche. Auch Erwachsene können dem häufigen Blick aufs Handy oft nicht widerstehen. Smartphone-Sucht ist zwar keine offizielle Diagnose, die exzessive Nutzung des Smartphones gilt aber als Verhaltenssucht. Eine aktuelle Studie aus Südkorea hat nun untersucht, welche Auswirkungen die übermäßige Smartphone-Nutzung der Eltern auf ihre Kinder hat.
Für die Studie wurden 2.360 Jugendliche im Alter von durchschnittlich 14,5 Jahren mit je einem Elternteil befragt. Durch Interviews und Fragebögen wollten die Autoren der Studie mehr über ihre Smartphone-Nutzung herausfinden und erfahren, wie die Jugendlichen das Erziehungsverhalten ihrer Eltern einschätzen.
Was deutlich wurde: Zeigen die Eltern Anzeichen einer Smartphone-Sucht, war das mit höherer Wahrscheinlichkeit auch bei den Kindern der Fall. Eine mögliche Erklärung dafür liefert die Theorie des sozialen Lernens: Kinder und Jugendliche orientieren sich häufig bewusst oder unbewusst an den Verhaltensweisen ihrer Eltern. Wenn Eltern ständig ihr Smartphone benutzen, könnte dies den Jugendlichen signalisieren, dass dieses Verhalten normal und akzeptabel sei. Dies führe in der Folge dazu, dass Jugendliche diese Verhaltensweisen häufig übernehmen.
Das Forschungsteam stieß auf weitere Zusammenhänge. Als die Jugendlichen das Erziehungsverhalten ihrer Eltern beschreiben sollten, kamen die Smartphone-süchtigen Eltern häufig schlechter weg. Jugendliche, die das Verhalten ihrer Eltern als nicht besonders gut beschrieben, zeigten zudem häufiger aggressive Tendenzen. Beides, die schlechte Beziehung zu den Eltern und die Aggressionen ihrer Kinder, standen wiederum im Zusammenhang mit dem Smartphone-Verhalten der Jugendlichen.
Wie lässt sich das erklären? Das Forschungsteam vermutet dahinter folgenden Zusammenhang: Wenn Eltern viel Zeit am Handy verbringen, brauchen sie im Durchschnitt länger, um auf ihre Kinder zu reagieren. Im schlimmsten Fall werden Kinder sogar ignoriert, Stichwort „Smombie“. Außerdem sind betroffene Eltern weniger einfühlsam. Kinder und Jugendliche haben dadurch vermehrt das Gefühl, abgelehnt und nicht verstanden zu werden. Diese Gefühle können wiederum zu Aggressionen führen. Um mit solch unangenehmen Gefühlen umzugehen, könnten einige von ihnen in die Online-Welt flüchten.
Ob diese Phänomene tatsächlich so zusammenhängen, lässt sich durch diese Studie jedoch nicht belegen. Außerdem gibt es noch eine Reihe weiterer Faktoren. Beispielsweise hat auch der Freundeskreis Einfluss auf das Smartphone-Verhalten von Jugendlichen. Die Studie macht aber eines deutlich: Eltern sind nicht immer gute Vorbilder!
Quelle:
Doo, E. Y., & Kim, J. H. (2022). Parental smartphone addiction and adolescent smartphone addiction by negative parenting attitude and adolescent aggression: a cross-sectional study. Frontiers in Public Health, 10. https://doi.org/10.3389/fpubh.2022.981245
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