Stärkere Gedächtnisprobleme bei Männern mit Ecstasykonsum

02.10.2015

Ecstasy macht happy, schädigt aber auch das Gehirn. Eine neue US-amerikanische Studie hat aufgezeigt, dass Männer besonders unter Gedächtnisproblemen leiden. Ecstasy ist möglicherweise aber nur ein Teil der Ursache.

Mann fässt sich fragend an den Kopf

Bild: Cello Armstrong / Fotolia.com

20 Wörter mussten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie merken. Klingt nicht übermäßig kompliziert. Gemeinerweise werden die Wörter jedoch nicht einfach abgefragt. Erst galt es noch eine weitere Wortliste zu lernen, die aber nur von der ersten Liste ablenken sollte. Erst im Anschluss sowie nach weiteren 20 Minuten mussten sich die Teilnehmenden der Studie an die Wörter der ersten Liste erinnern.

Studienleiterin Krista Lisdahl und ihr Team haben 65 Männer und Frauen auf diese Weise getestet. 48 der Teilnehmenden konsumierten Ecstasy und andere Drogen, 17 nur Cannabis. Das Spektrum der Ecstasyerfahrung war groß. Manche hatten über 100 Ecstasy-Pillen allein im vergangenen Jahr eingeworfen, andere keine einzige.

Die Ergebnisse spiegelten das wider, was bereits viele Studien zuvor gezeigt hatten: Je mehr Ecstasyerfahrung die Personen hatten, desto schlechter war ihre Merkfähigkeit. Dies galt für Männer wie für Frauen. Die mangelnde Merkfähigkeit war bei Männern allerdings noch stärker ausgeprägt. Anzumerken ist, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor den Tests mindestens eine Woche lang drogenfrei sein mussten. Im Schnitt hatte sie seit 15 Tagen keine Drogen mehr angerührt. Zusätzlich wurden Urinkontrollen durchgeführt, um die Selbstangaben der Teilnehmenden zu überprüfen.

Mehr Mischkonsum bei Männern

Der Konsum von Ecstasy kann jedoch nicht völlig losgelöst von dem anderer Drogen betrachtet werden, denn alle Personen mit Ecstasyerfahrung konsumierten noch weitere Drogen. Und das nicht zu knapp. Die ganze Palette von psychoaktiven Substanzen war dabei: Alkohol und Marihuana, Kokain und Methamphetamin, Halluzinogene und Schnüffelstoffe sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel und Opiate. Den Konsum anderer Drogen haben die Forscherinnen zwar rechnerisch in ihren Ergebnissen berücksichtigt, sie selbst sprechen aber immer von polydrug use with ecstasy, also Mehrfachkonsum mit Ecstasy.

Der Grund, warum sich Merkfähigkeitsstörungen stärker bei Männern bemerkbar machen, führen die Forscherinnen daher vor allem auf den Mehrfachkonsum zurück. Die Männer der Studie konsumierten insgesamt nicht nur mehr Drogen als Frauen, sondern auch häufiger gleichzeitig mit Ecstasy. Beispielsweise haben die männlichen Teilnehmer deutlich mehr Alkohol getrunken, während sie Ecstasy konsumierten. Tierexperimenten zufolge werde die nervenschädigende Wirkung von Ecstasy durch Alkohol jedoch verstärkt. Der Mischkonsum von Ecstasy und Alkohol wirke sich vor allem auf den Hippocampus aus, eine wichtige Schaltzentrale für das dauerhafte Abspeichern von Informationen.

Grundsätzlich müssen die Ergebnisse vor dem Hintergrund des gesamten Spektrums psychoaktiver Drogen interpretiert werden, schreiben die Autorinnen. Insofern könnte die schlechtere Merkfähigkeit eine Folge des Mehrfachkonsums und speziell des Mischkonsums sein, von dem Ecstasy lediglich ein Baustein ist.

Quelle:
Price, J. S, Shear, P. & Lisdahl, K. M. (2014). Ecstasy Exposure & Gender: Examing Components of Verbal Memory Functioning. PLOS One, 9(12): e115645.

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