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10.02.2021
Eine junge Frau wird tot aufgefunden. Todesursache ist wahrscheinlich der Konsum von Kokain, das mit einem Insektengift gestreckt wurde.

Bild: ondrasch / photocase.de
In Kokain ist selten nur Kokain. Meist wird die stimulierende Droge verschnitten, also mit anderen Substanzen gestreckt, um das Gewicht zu erhöhen und den Profit zu steigern. Dabei werden auch gefährliche Verschnittstoffe verwendet. Ein Beispiel ist das Tierentwurmungsmittel Levamisol, das Berichten zufolge in bis zu 80 Prozent des illegal produzierten Kokains enthalten ist. Laut einem Fallbericht aus Italien ist ein weiterer gefährlicher Verschnittstoff in Kokain aufgetaucht.
Eine 27-jährige Frau wurde in einem bewaldeten Gebiet in der Nähe von Mailand neben ihrem Auto tot aufgefunden. In ihrem Körper konnte Kokain nachgewiesen werden, das sie vermutlich kurz vor ihrem Tod eingenommen hatte. Die Frau sei nach Angaben von Studienleiter Michele Boracci und seinem Team aber sehr wahrscheinlich nicht an einer Überdosis Kokain gestorben. Dazu sei die Menge an Kokain, die in unterschiedlichen Gewebeproben nachgewiesen wurde, zu gering gewesen. Das Team hat jedoch das Insektengift Methomyl in hoher Konzentration im Körper der Verstorbenen gefunden. Methomyl konnte auch in Kokainproben nachgewiesen werden, die im Auto gefundenen wurden.
Das Insektenvernichtungsmittel wird für den Menschen je nach Art der Einnahme teils als hochgiftig eingestuft. Methomyl ist ein so genannter Acetylcholinesterase-Hemmer. Acetylcholinesterase ist ein Enzym, das den Neurotransmitter Acetylcholin abbaut. Fehlt Acetylcholinesterase, kommt es zu einer Anreicherung von Acetylcholin, was eine Überstimulation des Organismus zur Folge hat. Bei Menschen kann dies eine tödliche Lähmung der Atemmuskulatur zur Folge haben.
Das Ärzteteam geht davon aus, dass die 27-Jährige an einer Vergiftung mit Methomyl gestorben ist. Sie hat das Insektengift vermutlich mit Kokain aufgenommen. Die tödliche Vergiftung mit Methomyl sei der erste Fall in Italien, der auf Kokainkonsum zurückgeführt wird.
Quelle:
Di Candia, D., Boracchi, M., Muccino, E., Gentile, G. & Zoja, R. (2021). The Letal Cutting: An Unexpected Cause of Death – A Methomyl Acute Intoxication. Journal of Analytical Toxicology, https://doi.org/10.1093/jat/bkab006
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