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14.12.2018
Hier ein Bier, da ein Schnaps. Im deutschen Fernsehen gibt es viel Alkohol zu sehen. Eine kritische Bewertung findet jedoch so gut wie nie statt. Das zeigen zwei Studien der Universität Würzburg zur Darstellung von Drogen und Sucht im deutschen Fernsehen und auf YouTube.

Bild: complize / photocase.de
„Die Präsenz ist enorm“, resümiert das Autorenteam. Die Rede ist von Alkohol im deutschen Fernsehen. In sechs von zehn Fernsehsendungen sind alkoholische Getränke sichtbar, in vier von zehn Sendungen werden sie auch getrunken. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit hat ein Forschungsteam der Universität Würzburg akribisch Szenen dokumentiert, in denen Alkohol, Tabak oder andere Drogen gezeigt, konsumiert oder zumindest angesprochen wurden.
Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF wurden auch die privaten Sender ProSieben, RTL, Sat.1, RTL Nitro und RTL2 einbezogen. Studienleiter Kim Otto und sein Team haben alle Sendungen gesichtet, die in der Woche vom 10. bis 16. Juli 2017 jeweils von 13:00 bis 22:00 Uhr ausgestrahlt wurden. In einer weiteren Studie wurden 200 Videos der populärsten deutschen YouTuber sowie der beliebtesten funk-Kanäle gesichtet. funk ist ein Online-Videoangebot von ARD und ZDF.
Im deutschen Fernsehen werden den Ergebnissen zufolge erstaunlich oft Drogen konsumiert. Das betrifft sowohl die privaten Sender wie auch ARD und ZDF. In nahezu jedem Spielfilm und in zwei von drei Serien werden alkoholische Getränke gezeigt. Die am zweithäufigsten gezeigte Droge nach Alkohol ist Tabak. In nahezu jeder vierten Sendung wird geraucht. Illegale Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder Kokain kommen auch vor, aber deutlich seltener. In 2,3 Prozent der untersuchten Sendungen wurden entsprechende Szenen gesichtet.
Auf den YouTube- und funk-Kanälen war das Ranking ähnlich, jedoch gab es deutlich weniger Sichtungen. In 18,5 Prozent der Videos wurde Alkohol gezeigt, in 7,5 Prozent Tabak, andere Drogen noch seltener. Auffällig war, dass ausgerechnet in den öffentlich-rechtlich finanzierten funk-Videos doppelt so oft Alkohol gezeigt wurde wie in den untersuchten YouTube-Kanälen.
Denkbar wäre, dass Alkohol zwar gezeigt, aber eher negativ dargestellt wird. Das Forschungsteam fand hierzu jedoch keine Bestätigung. Nur in jeder zehnten Fernsehsendung fand überhaupt eine bewertende Darstellung statt, die zudem oftmals positiv ausfiel. Eine kritische Reflektion des Konsums von Tabak oder illegalen Drogen findet ebenfalls so gut wie nie statt.
Das Forschungsteam stellt angesichts der Häufigkeit derartiger Szenen infrage, ob der Einsatz von Drogen als dramaturgisches Element tatsächlich immer notwendig sei. Zwar gehören Drogen und Süchte nach Einschätzung des Forschungsteam zu einem gewissen Grad zu einer Gesellschaft dazu, jedoch sollten Medienschaffende sich auch bewusst machen, dass Jugendliche mit dem Fernsehen aufwachsen und die gezeigten Verhaltensmuster zur Nachahmung einladen. So wurde in früheren Studien nachgewiesen, dass Spielfilme den Konsum von Alkohol und Zigaretten, besonders unter jungen Menschen, fördern können.
Quellen:
Alkohol fördert Gewalt unter jungen Paaren (03.09.2025)
Der Einfluss des Zeitpunkts beim Mischkonsum von Cannabis und Alkohol (07.05.2025)
Geistige Anstrengung kann Lust auf Ungesundes fördern (04.12.2024)
Viel Alkohol in Musik (22.05.2024)
Hikikomori - Phänomen des sozialen Rückzugs steht mit Sucht in Zusammenhang (17.01.2024)Webanalyse / Datenerfassung
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