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26.08.2020
Kiffen kann sich ungünstig auf die Gehirnentwicklung Jugendlicher auswirken. Die negativen Folgen scheinen sich einer aktuellen Studie zufolge bei Mädchen stärker bemerkbar zu machen als bei Jungen.

Bild: Kemedo / photocase.de
Mädchen und Jungen entwickeln sich nicht gleich schnell. Oft scheinen die Mädchen den Jungen ein wenig voraus zu sein. Dies gilt auch für die Gehirnentwicklung, die im Jugendalter in eine wichtige Phase eintritt. Ein Forschungsteam aus Kanada hat nun in einer Kohortenstudie untersucht, wie sich der Konsum von Alkohol und Cannabis auf die geistigen Leistungen von heranwachsenden Mädchen und Jungen auswirkt.
Mehr als 3.800 Schülerinnen und Schüler in der Region von Montreal in Kanada waren beteiligt. Zu Beginn der Studie waren die Teilnehmenden im Schnitt zwischen 12 und 13 Jahre alt und besuchten die 7. Klasse. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden die Schülerinnen und Schüler jährlich zu ihrem Substanzkonsum befragt und absolvierten Tests, in denen spezielle Hirnleistungen wie das Gedächtnis, logisches Denken oder Impulskontrolle überprüft wurden. Das Forschungsteam um Studienleiterin Patricia Conrod konnte somit sowohl Geschlechtsunterschiede untersuchen, als auch Veränderungen in der geistigen Leistungsfähigkeit über die Zeit.
Beim Vergleich der Jungen und Mädchen, die weder Alkohol tranken noch Cannabis konsumierten, hat das Forschungsteam in einem von vier Leistungstests Unterschiede feststellen können. Mädchen zeigten in allen Altersbereichen bessere Leistungen als die Jungen, wenn es um das Arbeitsgedächtnis ging. Das Arbeitsgedächtnis ist für das kurzfristige Speichern von Informationen zuständig.
Anders verhielt es sich, wenn die Jugendlichen schon zu Beginn der Studie Cannabis konsumierten. Dann waren die Leistungen der Mädchen kaum von denen der Jungen zu unterscheiden. Beide Geschlechter zeigten zudem schlechtere Leistungen beim Arbeitsgedächtnis als ihre abstinenten Mitschülerinnen und Mitschüler. Mit zunehmendem Alter seien die Defizite im Arbeitsgedächtnis jedoch nicht mehr so deutlich hervorgetreten. Für den Konsum von Alkohol konnten hingegen keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen oder zwischen Konsumierenden und Nichtkonsumierenden nachgewiesen werden.
Conrod und ihr Team schlussfolgern, dass Mädchen in der frühen Phase der Pubertät möglicherweise besonders empfindlich auf Cannabis reagieren. Die Tatsache, dass dieser Effekt bei Jungen nicht so stark ausgeprägt war, führen die Forscherinnen und Forscher auf den unterschiedlichen Entwicklungsstand von Jungen und Mädchen zurück. Weil Mädchen in der Gehirnentwicklung schon weiter fortgeschritten seien, würden sie vermutlich sensibler auf Cannabiskonsum reagieren als Jungen.
Defizite im Arbeitsgedächtnis könnten sich nach Einschätzung des Forschungsteams ungünstig auf den weiteren schulischen Erfolg der Jugendlichen auswirken. Andere Studien haben ebenfalls belegen können, dass früher Cannabiskonsum mit geringeren Bildungschancen zusammenhängt. Allerdings kann die Studie keine Aussage dazu machen, bei welcher Konsumhäufigkeit dies der Fall ist.
Quelle:
Noorbakhsh, S., Afzali, M. H., Boers, E. & Conrod, P. J. (2020). Cognitive Function Impairments Linked to Alcohol and Cannabis Use During Adolescence: A Study of Gender Differences. Front. Hum. Neurosci. 14:95. doi: 10.3389/fnhum.2020.00095.
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