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 HomeNewsArchiv > 2018 > Ausstieg aus dem Rauchen fällt schwerer bei Cannabiskonsum

News-Archiv


Archiv Jahr 2018


23.03.2018

Ausstieg aus dem Rauchen fällt schwerer bei Cannabiskonsum

Was unterscheidet Personen, die sich erfolgreich das Rauchen abgewöhnt haben, von denen, die weiter rauchen? Drei Forscherinnen aus Frankreich haben diese Frage auf der Grundlage einer repräsentativen Befragung untersucht.

Joint wird gedreht

Bild: guruXOX / Fotolia.com

Früher oder später wollen die meisten Raucherinnen und Raucher aufhören. Die ersten sechs Monate nach dem Rauchausstieg sind besonders kritisch. Ein Teil der Ausstiegswilligen schafft es, rauchfrei zu bleiben, ein anderer nicht. Studienleiterin Fabienne El-Khoury Lesueur und zwei weitere Forscherinnen haben mit Hilfe einer repräsentativen Befragung untersucht, was die beiden Gruppen unterscheidet.

Über 2.000 aktuelle und ehemalige Raucherinnen und Raucher wurden im Rahmen einer telefonischen Befragung interviewt. Rund vier von zehn Personen hatten entweder noch nie versucht, das Rauchen einzustellen oder haben es nicht länger als sechs Monate durchgehalten. 17 Prozent der Befragten haben es in der Vergangenheit schon einmal über die 6-Monats-Grenze geschafft, sind später aber rückfällig geworden. 43 Prozent der Befragten ist es hingegen gelungen, darüber hinaus rauchfrei zu bleiben.

Cannabiskonsumierende weniger ausstiegsmotiviert

Der Vergleich zeigt: Personen, die erfolgreich aus dem Rauchen ausgestiegen sind, sind meist älter und besser gebildet als diejenigen, denen es noch nicht gelungen ist. Zudem benutzen sie seltener E-Zigaretten, haben nicht so viele rauchende Menschen in ihrem Umfeld und sind sich der gesundheitlichen Risiken des Rauchens stärker bewusst. Ein weiterer bedeutsamer Faktor ist den Analysen zufolge Cannabiskonsum: Wer kifft, hat geringere Chancen mit dem Tabakrauchen aufzuhören.

Die Forscherinnen erklären, dass Cannabiskonsumierende generell weniger stark motiviert seien, das Tabakrauchen aufzugeben. Hinzu komme, dass die Nikotinabhängigkeit sich verstärkt, wenn Cannabis mit Tabak vermischt wird. Da Cannabis meist geraucht wird, kann der Konsum zudem Auslösereiz für erneutes Tabakrauchen sein. Daher sei es für Cannabiskonsumierende ratsam, das Kiffen ebenfalls einzustellen, wenn sie das Rauchen aufgeben wollen.

Mit dem Älterwerden steigt zwar die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Rauchausstieg. Die Autorinnen der Studie empfehlen aber allen Raucherinnen und Rauchern den Ausstieg so früh wie möglich anzugehen. Denn die Forschung hat zeigen können, dass Personen, die sich das Rauchen vor dem Alter von 40 Jahren abgewöhnen, eine vergleichbare Lebenserwartung haben, wie Personen, die nie geraucht haben.

Quelle:
El-Khoury Lesueur, F., Bolze, C. & Melchior, M. (2018). Factors associated with successful vs. unsuccessful smoking cessation: Data from a nationally representative study. Addictive Behaviors, 80, 110-115.