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Drugcom: Drogenlexikon: Hepatitis

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Drogenlexikon

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Hepatitis

Hepatitis ist der medizinische Begriff für eine Leberentzündung. Diese kann vielfältige Ursachen haben wie z.B. Stoffwechselerkrankungen oder Medikamenten-, Alkohol- und Drogenmissbrauch. In den meisten Fällen wird eine Leberentzündung aber durch Viren verursacht. Es gibt verschiedene Viren, die unterschiedliche Formen der Hepatitis auslösen können. Die am weitesten verbreiteten Hepatitiden sind Hepatitis A, B und C.

Hepatitis A wird fäkal-oral übertragen, das heißt die Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und durch engen körperlichen Kontakt weitergegeben oder über verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser aufgenommen. Eine Übertragung durch Blut ist auch möglich, kommt jedoch selten vor. Während die Infektionsrate in den letzten Jahrzehnten in den nördlichen Staaten Europas und Nordamerikas durch hohe hygienische Standards erheblich rückläufig war, kommt Hepatitis A in südeuropäischen und Entwicklungsländern noch häufiger vor. Personen, die keine Hepatitis A-Immunität aufweisen, infizieren sich daher häufig in  Zusammenhang mit Reisen in südliche Länder. Der Anteil der "Reisehepatitis" an den Hepatitis A-Erkrankungen wird auf 50%geschätzt. Vorbeugend sollte man daher auf Reisen in Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko kein Leitungswasser trinken und kein rohes oder ungenügend gekochtes Gemüse oder Schalentiere (besonders Muscheln und Austern) essen. Entsprechende  Länderinfomationen sind z. B. unter www.auswaertiges-amt.de oder www.gesundes-reisen.de zu finden.

Hepatitis B und C spielen insbesondere im Zusammenhang mit Drogenkonsum eine bedeutsame Rolle und werden aus diesem Grund im Folgenden in detaillierter Weise beschrieben.

Verbreitung

Hepatitis B zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben weltweit etwa 2 Milliarden Menschen eine Infektion durchgemacht, und 5 bis 7% der Weltbevölkerung (ca. 350 Millionen Menschen) sind chronisch mit Hepatitis B infiziert. Mit Hepatitis C ist ungefähr 1 bis 2% der Weltbevölkerung infiziert. In der Bundesrepublik Deutschland wird aufgrund der Impfung jüngerer Altersgruppen gegen Hepatitis B mit einem Rückgang der Durchseuchung innerhalb der nächsten 10-20 Jahre gerechnet. Gegen Hepatitis C ist bislang kein Impfstoff vorhanden.

Ansteckungswege und Risikoverhalten

Hepatitis B- und C-Viren werden auf dem Blutweg übertragen. Bereits kleinste Mengen Blut - beispielsweise durch Verletzungen der Haut oder Schleimhaut - können die Viren übertragen. Hepatitis B-Viren sind auch in anderen Körperflüssigkeiten enthalten (Speichel, Schweiß, Tränen, Sperma, Vaginalsekret, Menstrualblut, Stuhl), wenngleich in wesentlich geringeren Konzentrationen. Hepatitis C lässt sich zwar ebenfalls mit empfindlichen Verfahren in den genannten Körperflüssigkeiten nachweisen. Aufgrund von Studien zur Verbreitung der Krankheit in der Bevölkerung muss aber davon ausgegangen werden, dass eine Hepatitis C-Infektion über andere Köperflüssigkeiten nicht sehr wahrscheinlich ist. Mit Sicherheit auszuschließen ist es allerdings nicht.

In westlichen Industriestaaten infizieren sich in erster Linie Bevölkerungsgruppen mit bestimmten Risikoverhaltensweisen. So ist der intravenöse (i. V.) Drogenkonsum (Fixen) ein häufiger Übertragungsweg für Hepatitis B und C. Nach Schätzungen sind bis zu 90% aller i. V.-Drogenkonsumenten mit Hepatitis C infiziert.

Die Übertragungsrisiken von Hepatitis B und C entstehen beim intravenösen Konsum auf mehreren Wegen:

Da Hepatitis B auch durch andere Körperflüssigkeiten übertragen wird, zählt der ungeschützte Geschlechtsverkehr ebenfalls zu den häufigen Übertragungswegen. Man geht zwar davon aus, dass eine sexuelle Übertragung von Hepatitis C äußerst unwahrscheinlich ist, wie oben bereits erwähnt kann eine Infektion aber auch nicht ganz ausgeschlossen werden.

Unklarheit besteht gegenwärtig darüber, ob z. B. auch Tätowierungen, Piercings oder gemeinsam benutzte Nassrasierer, Nagelscheren oder Zahnbürsten ein Ansteckungsrisiko darstellen. Darum ist zu empfehlen, die allgemein üblichen Regeln der Hygiene einzuhalten, also z. B. persönliche Hygieneartikel nur alleine zu verwenden.

Inkubationszeit und Ansteckungsfähigkeit

Bei Hepatitis B dauert es bis zum Auftreten der akuten Krankheit in der Regel zwischen 40 und 200 Tagen, bei Hepatitis C zwischen 2 und 26 Wochen, wobei die Dauer von der Erregerdosis abhängt. Ansteckungsfähigkeit besteht unabhängig von den Symptomen der
Krankheit, solange der Virus nachweisbar ist. Daher kann von chronisch Infizierten jahrelang eine Ansteckungsgefahr ausgehen. Das
Übertragungsrisiko innerhalb eines Haushalts wird jedoch, bei ausschließlich alleiniger Verwendung von Hygieneartikeln, als gering eingeschätzt.

Krankheitsbild

Infektionen mit Hepatitis-Viren verlaufen recht unterschiedlich. Dies resultiert aus dem Umstand, dass die Krankheitssymptome durch die Immunabwehr des Infizierten und nicht durch das Virus selbst hervorgerufen werden. Viele Infektionen bleiben daher jahrelang ohne Symptome. Die Anfangsphase einer Infektion beginnt mit unspezifischen Symptomen, die auch bei anderen Erkrankungen, beispielsweise einer Grippe, auftreten können. Genau feststellen lässt sich eine Infektion nur durch eine Blutuntersuchung. Anzeichen für eine Erkrankung können sein:

Eine Gelbsucht, bei der sich die Augen und die Haut gelblich färben, tritt bei rund einem Drittel der Hepatitis B-Infizierten auf. Bei Hepatitis C-Infektionen ist die Gelbsucht sehr selten. Ungefähr 75% der Hepatitis C-Infektionen verlaufen ohne Krankheitsanzeichen.

Krankheitsfolgen

Ein schwerer Verlauf mit einem fulminanten (plötzlichen) Leberversagen tritt bei der infektiösen Hepatitis sehr selten auf. Über 90% der akuten Hepatitis B-Erkrankungen heilen bei Erwachsenen vollständig aus und führen zu einer lebenslangen Immunität. Allerdings verlaufen 5 bis 10% der Hepatitis B-Infektionen und 50 bis 80% der Hepatitis C-Infektionen chronisch. Von einem chronischen Verlauf geht man aus, wenn der Virusnachweis auch nach 6 Monaten noch gelingt. Bei einem chronischen Verlauf kommt es zu einer ständigen Entzündung der Leber. Daraus kann eine Leberzirrhose oder auch Leberkrebs entstehen. Die Symptome einer Leberzirrhose sind vielfältig, wobei Müdigkeit ein Leitsymptom ist.

Neben den körperlichen Folgen führt der Status als Träger von Hepatitis C oder B auch zu erheblichen psychischen und sozialen Belastungen, da sich chronisch Infizierte natürlich Sorgen machen, andere Personen anzustecken. Darüber hinaus kann die Ausübung eines Berufs sowohl aufgrund der Symptome (z. B. starke Müdigkeit) als auch aus Gründen der Ansteckungsgefahr unter Umständen nur noch eingeschränkt möglich sein.

Meldepflicht

Der behandelnde Arzt ist verpflichtet, einen Krankheitsverdacht, eine Erkrankung sowie den Tod an akuter Virushepatitis an das
zuständige Gesundheitsamt zu melden. Ziel der Meldepflicht ist die Identifizierung möglicher Infektionsquellen, um einer Ausbreitung entgegenzuwirken. Wie zuvor bereits erwähnt, kann Virusträgern die Ausübung bestimmter Berufe (z. B. in der Gastronomie) teilweise oder ganz untersagt werden.

Therapie

Die Behandlung besteht im akuten Krankheitsfall aus einer allgemeinen Schonung, dem weitestgehenden Verzicht auf Alkohol und Drogen und einer Milderung des Juckreizes. Die chronische Hepatitis kann auch mit Medikamenten behandelt werden.

Vorbeugung

Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen. Die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts hat die Hepatitis B-Impfung 1995 in den allgemeinen Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aufgenommen. Unter anderem empfiehlt die STIKO auch i. V. Drogenkonsumenten eine Hepatitis B-Impfung. Die Kosten hierfür werden von vielen Krankenkassen übernommen. Der beste Schutz besteht allerdings für diese Person in Safer Use-Praktiken. Denn gegen Hepatitis C gibt es bislang keinen Impfstoff.

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass der Gebrauch von Kondomen nicht nur vor der Ansteckung mit Hepatitis-Viren, sondern auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS schützen kann.

Schutzmaßnahmen für Risikogruppen (vor allem i. V. Drogenkonsumenten) im Überblick:


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