Herzinfarkt nach gleichzeitigem Konsum von Cannabis und Lachgas

29.12.2021

Ein Fallbericht aus der Schweiz weist darauf hin, dass der gleichzeitige Konsum von Cannabis und Lachgas ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt nach sich ziehen könnte.

Bild: RgStudio / istockphoto.com

Ein 27-jähriger Mann kommt mit Schmerzen in der Brust in die Notaufnahme des Inselspitals in Bern. Eine Untersuchung belegt: Der Mann leidet unter einem akuten Herzinfarkt. Auslöser ist eine Verstopfung eines Herzgefäßes. In solchen Fällen ist schnelle Hilfe wichtig, denn unbehandelt könnten Teile des Herzmuskels absterben. Lebensgefahr droht. Mit Hilfe eines Herzkatheters konnte das Gefäß wieder aufgeweitet werden. Nach zwei Tagen unter Beobachtung konnte der Mann wieder entlassen werden.

Der 27-Jährige hatte zugegeben, etwa zwei Stunden vor dem Einsetzen der Brustschmerzen Cannabis und Lachgas konsumiert zu haben. Sowohl für den Konsum von Cannabis als auch den von Lachgas gibt es nach Aussagen des Forschungsteams Belege für eine erhöhtes Herzinfarktrisiko. Beispielsweise wurde kürzliche eine Studie veröffentlicht, der zufolge junge Erwachsene ihr Herzinfarktrisiko verdoppeln, wenn sie Cannabis konsumieren.

In seiner Krankengeschichte gab es noch weitere Risikofaktoren. Dazu zählen das Rauchen, eine erst kurz zuvor festgestellte Fettstoffwechselstörung und ein vor drei Jahren erfolgreich behandelter Lymphdrüsenkrebs. Alle genannten Faktoren würden das Risiko für Herzinfarkt erhöhen. Aus Sicht des behandelnden Ärzteteams sei es dennoch wichtig, auf die möglichen akuten Risiken beim Mischkonsum von Cannabis und Lachgas hinzuweisen.

Schädigung der Gefäßinnenwände

Für beide Substanzen gäbe es Hinweise aus der Forschung, dass sie die Zellschicht an den Innenwänden der Gefäße, dem Endothel, schädigen können. Dies kann Verklumpungen, so genannte Thromben verursachen und die Gefäße verstopfen. Handelt es sich um Herzgefäße droht ein Herzinfarkt. In dem Fall des 27-Jährigen könnte der Drogenmischkonsum nach Einschätzung des Ärzteteams ursächlich beteiligt gewesen sein. Angesichts der weiteren Risikofaktoren sei aber unklar, was in welchem Maße beigetragen hat.

Dem 27-Jährigen wurde nach der erfolgreichen Behandlung neben Medikamenten auch die Empfehlung mit auf den Weg gegeben, seinen Lebensstil zu ändern. Dazu zählen die Einstellung des Rauchens und der Verzicht auf weiteren Drogenkonsum. Eine Nachuntersuchung nach sechs Monaten hat gezeigt, dass der Patient den Empfehlungen wohl weitestgehend gefolgt ist. Er habe keine Drogen konsumiert und das Rauchen zumindest reduziert. Auch habe er regelmäßig an einem Rehabilitationsprogramm teilgenommen. Die Brustschmerzen seien nicht wieder aufgetreten.

 

Quelle:

Bär, S., Praz, F. & Räber, L. (2021). Plaque erosion causing ST-elevation myocardial infarction after consumption of cannabis and N2O in a 27-year old man: a case report. BMC Cardivasc Disord, 21, 147.

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