Home > News > Aktuelle Meldungen > Kann Ayahuasca das psychische Wohlbefinden verbessern?
15.09.2021
Manche Menschen versprechen sich eine Verbesserung ihres Wohlbefindens durch den Konsum des halluzinogenen Ayahuasca-Tranks. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein Placebo-Effekt hierbei am Werke sein kann.

Bild: tinykahuna / photocase.de
Die Einnahme von Ayahuasca kann Schwindelgefühle und Erbrechen auslösen. Doch das nehmen Konsumierende in Kauf, erhoffen sie sich doch spirituelle oder gar mystische Erfahrungen. Nach Abklingen der Wirkung soll sich ihr psychisches Wohlbefinden langfristig verbessern. Ayahuasca enthält den Wirkstoff DMT, der halluzinogene Effekte hervorrufen kann.
Eine Forschungsgruppe aus Deutschland und den Niederlanden hat Menschen begleitet, die an so genannten „Ayahuasca-Retreats“ teilgenommen haben. Die Studie ist der Frage nachgegangen, ob sich die Teilnehmenden nach einem „Retreat“ wirklich besser fühlen als vorher und woran dies liegen kann. Ist es der halluzinogene Trank oder sind womöglich Faktoren wie die entspannte Stimmung in der Gruppe ausschlaggebend?
In Ayahuasca-Retreats kommen Menschen an einem Ort zusammen, um das pflanzliche Gebräu gemeinsam und unter Anleitung zu konsumieren. Neben der Einnahme des Tranks spielt bei einem „Retreat“ auch das Umfeld, eine wichtige Rolle. Eine freundliche und gemütliche Atmosphäre im Beisein Gleichgesinnter soll dafür sorgen, dass sich die Teilnehmenden wohl fühlen.
Studienleiterin Malin Uthaug und ihr Team besuchten sechs „Retreats“, die in den Niederlanden, Spanien und Deutschland stattfanden. Insgesamt beteiligten sich 30 Personen freiwillig an der Untersuchung. Die Teilnehmenden wurden vor und nach dem „Retreat“ zu ihrem psychischen Wohlbefinden befragt. So konnte das Forschungsteam herausfinden, ob sich das Wohlbefinden der Teilnehmenden nach dem Ayahuasca-Konsum verändert hatte.
Zu Beginn der Ayahuasca-Session bekamen die Teilnehmenden entweder Ayahuasca oder ein Placebo, also ein wirkstofffreies Präparat. Ayahuasca wurde in Form von Kapseln oder als Getränk gereicht. Die Placebos wurden ebenfalls entweder in Kapseln verpackt oder als ähnlich schmeckendes Gebräu dargeboten. Weder die Teilnehmenden noch die Durchführenden wussten, wer den Wirkstoff und wer ein Placebo erhalten hatte. Diese Vorgehensweise wird als „Verblindung“ bezeichnet.
Nach dem „Retreat“ fühlten sich die Teilnehmenden tatsächlich weniger depressiv, gestresst und ängstlich als vorher. Dies traf aber nicht nur auf die Personen zu, die Ayahuasca konsumiert hatten. Auch in der Placebo-Gruppe reduzierten sich die Symptome von Depression, Stress und Ängstlichkeit.
Die Ergebnisse zeigen, was bereits in früheren Forschungsarbeiten deutlich wurde: Die Erwartungen an die Wirkung einer Droge sowie die Umgebung während des Konsums können die erlebte Wirkung beeinflussen. Es ist also möglich, dass allein die positive Atmosphäre während des „Retreats“ und der unterstützende Austausch innerhalb der Gruppe das Wohlbefinden der Teilnehmenden verbessert hat.
Einschränkend erwähnt das Forschungsteam, dass alle Teilnehmenden bereits mehrfach Erfahrung mit Ayahuasca gemacht hatten. Auch sei die eingenommene Dosis Ayahuasca eher gering gewesen. Daher sei nicht auszuschließen, dass die Effekte bei Personen, die Ayahuasca erstmals konsumieren, sowie bei höheren Dosierungen womöglich stärker hervortreten.
Quelle:
Uthaug, M. V., Mason, N. L., Toennes, S. W., Reckweg, J. T., de Sousa Fernandes Perna, E. B., Kuypers, K. P. C., van Oorsouw, K., Riba, J. & Ramaekers, J. G. (2021). A placebo-controlled study of the effects of ayahuasca, set and setting on mental health of participants in ayahuasca group retreats. Psychopharmacology, 238, 1899-1910.
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