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05.02.2020
Wie wahrscheinlich sind schwere oder sogar tödliche Folgen beim Konsum von Ecstasy? Forscher aus den Niederlanden haben das Risiko berechnet.

Bild: Hans Verburg / istockphoto.com
Einer Ecstasypille ist nicht anzusehen wie viel MDMA sie enthält. Tatsächlich kann der Wirkstoffgehalt unabhängig von der Form, Größe oder Farbe stark schwanken. Auch ist unbekannt, ob noch andere Substanzen enthalten sind. Ob eine Pille schöne Gefühle auslöst oder in die Notaufnahme führt, lässt sich somit im Vorhinein nicht vorhersagen. Immer wieder gibt es schwerwiegende Komplikationen und sogar Todesfälle nach dem Konsum von Ecstasy. Wie hoch das Risiko ist, davon betroffen zu sein, das haben drei Forscher aus den Niederlanden berechnet.
In den Niederlanden werden alle medizinischen Vorfälle, in denen Ecstasy eine Rolle spielt, an eine zentrale Stelle gemeldet. Jan van Amsterdam und sein Team haben diese Daten ausgewertet und mit der Verbreitung des Ecstasykonsums in der Bevölkerung abgeglichen. Zusätzlich haben die Forscher Daten aus Großbritannien einbezogen, wo auch Todesfälle in Zusammenhang mit Ecstasykonsum systematisch erfasst werden.
Die Auswertung ergab, dass im Schnitt bei einer von 340 Pillen mit unangenehmen Nebenwirkungen zu rechnen ist. Moderate bis schwere Folgen kommen bei einer von 900 Pillen vor. Bei moderaten Komplikationen sind Betroffene nur noch eingeschränkt ansprechbar, in schweren Fällen gar nicht mehr.
Zum Vergleich haben sich die Forscher die Risiken anderer Drogen angeschaut. Demzufolge sei das Risiko für moderate bis schwere Folgen bei einer Dosis Kokain niedriger. Kokain würde bei einer von 1.600 Dosen medizinische Notfälle verursachen. Der Konsum von GHB würde hingegen schon bei einer von 95 Dosen mittelschwere bis schwere Folgen nach sich ziehen. Zwar habe es somit den Anschein, als wenn Kokain weniger gefährlich sei. Jedoch beruht das für gewöhnlich höher eingeschätzte Risikopotential von Kokain vor allem auf der hohen Abhängigkeitsgefahr und den Folgen des chronischen Konsums. Das Abhängigkeitsrisiko von Ecstasy wird hingegen als vergleichsweise gering eingestuft.
Basierend auf den Daten aus Großbritannien haben die Forscher weiterhin ermittelt, dass eine von 33.000 Pillen tödliche Folgen nach sich zieht. Hierbei wird davon ausgegangen, dass ausschließlich Ecstasy die Ursache ist. Werden noch andere Drogen zusätzlich zu Ecstasy konsumiert, was häufig der Fall ist, steigt das Risiko. Das Risiko, nach Ecstasykonsum zu versterben, sei nach Angaben der Forscher somit etwa vergleichbar mit dem von Amphetaminen, Kokain oder chronischem Alkoholkonsum, aber niedriger als bei Opiaten wie Heroin oder Morphin.
Es gibt eine Reihe methodischer Einschränkungen und Unschärfen bei den Berechnungen. Das Forschungsteam betont dennoch, dass die Risiken beim Konsum von Ecstasy angesichts ihrer Ergebnisse nicht zu unterschätzen sind.
Quelle:
Van Amsterdam, J., Pennings, E. & van den Brink, W. (2020). Fatal and non-fatal health incidents related to recreational ecstasy use. Journal of Psychopharmacology, https://doi.org/10.1177%2F0269881119897559.
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