Meta-Analyse bestätigt erhöhtes Hodenkrebsrisiko bei Cannabiskonsum

04.12.2015

Schlechte Nachrichten für alle männlichen Kiffer: Frühere Studien deuteten bereits auf ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs bei Cannabiskonsumenten hin. Eine Meta-Analyse hat den Verdacht nun erhärtet. Vor allem der frühe Einstieg in den Konsum scheint das Risiko zu erhöhen.

Nackte männliche Schaufensterpuppen ohne Kopf

Bild: 0711concept / photocase.com

Bereits 2009 wurde in einer Studie aus den USA festgestellt, dass Cannabiskonsumenten ein erhöhtes Hodenkrebsrisiko aufweisen. Ein Forschungsteam der University of Otago in Neuseeland hat nun eine Meta-Analyse zu diesem Thema durchgeführt. Studienleiter Jason Gurney und sein Team haben alle Studien gesichtet, in denen der Zusammenhang zwischen Hodenkrebs und Cannabiskonsum untersucht wurde. Drei Untersuchungen entsprachen den strengen Auswahlkriterien des Forschungsteams, darunter auch die bereits erwähnte Studie.

Besonders aggressive Form von Krebs

Den Ergebnissen zufolge haben Cannabiskonsumenten im Vergleich zu abstinenten Männern ein bis zu 2,6-fach höheres Risiko für Hodenkrebs. Das erhöhte Risiko beschränkt sich allerdings auf eine spezielle Unterform, die als Non-Seminom bezeichnet wird. Non-Seminome sind besonders schnell sich entwickelnde aggressive Typen von Hodenkrebs, die meist schon im Alter zwischen 20 und 35 Jahren auftreten. Generell gilt Hodenkrebs allerdings als seltene Erkrankung. Wird der Hodenkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen meist sehr gut.

Zwar kann die Studie nicht beweisen, dass Cannabis tatsächlich die Ursache für Hodenkrebs ist, eine Dosis-Wirkungsbeziehung spricht allerdings dafür: Je häufiger aktuell konsumiert wird und je länger der Einstieg bereits zurückliegt, desto höher ist das Risiko für Hodenkrebs.

Eingriff in den hormonellen Kreislauf?

Eine der in der Meta-Analyse einbezogenen Studien kam zu dem Schluss, dass nur Früheinsteiger betroffen sind, also jene Männer, die schon vor dem 18. Geburtstag mit dem Cannabiskonsum begonnen haben. Nach Ansicht von Gurney und seinem Team spricht dies dafür, dass der krebsauslösende Mechanismus bereits in der Pubertät erfolgt.

Eine plausible Erklärung sei, dass Cannabis in die Hypothalamus-Hypophysen-Hoden-Achse eingreift. Das ist ein hormoneller Kreislauf, der zwischen dem Gehirn und den Hoden verläuft. Daran sind auch Cannabinoidrezeptoren beteiligt, die sich sowohl im Gehirn, als auch in den Hoden befinden. Der hormonelle Kreislauf ruht in der Kindheit und wird in der Pubertät wieder aktiv. Cannabis, so die Vermutung des Forschungsteams, könnte diesen Kreislauf in der Pubertät stören. Der genaue Mechanismus, der zur Krebsentwicklung beiträgt, ist aber noch unbekannt.

Quellen:

  • Gurney, J., Shaw, C., Signal, V. & Sarfati, D. (2015). Cannabis exposure and risk of testicular cancer: a systematic review and meta-analysis. BMC Cancer, 15, doi: 10.1186/s12885-015-1905-6.
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (2012). Einblick - Männer und Krebs. Heidelberg: Deutsches Krebsforschungszentrum. PDF

Webanalyse / Datenerfassung

Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Welcher Dienst wird eingesetzt?

Matomo

Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?

Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.

Welche Daten werden erfasst?

  • IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)

  • Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell

  • Betriebssystem-Version

  • Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins

  • aufgerufene URLs

  • die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)

  • Verweildauer

  • heruntergeladene PDFs

  • eingegebene Suchbegriffe.

Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).

Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.

Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?

Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.