Home > News > Aktuelle Meldungen > Rückfall ins Rauchen nach Umstieg auf E-Zigaretten wahrscheinlicher als bei vollständigem Verzicht
05.01.2022
Eine Längsschnittstudie aus den USA legt nahe: Wer das Tabakrauchen aufgeben möchte, sollte besser ganz auf Nikotin verzichten als auf E-Zigaretten umsteigen.

Bild: knallgrün / photocase.de
Neues Jahr, neuer Versuch. Viele Menschen nehmen den Jahreswechsel zum Anlass, mit dem Rauchen aufzuhören. Allerdings hören nicht alle komplett auf. Manche Raucherinnen und Raucher steigen um auf E-Zigaretten. Doch helfen die elektrischen Verdampfer, dauerhaft auf Tabak zu verzichten? Diese Frage wurde in einer großen US-amerikanischen Studie untersucht.
Studienleiter John Pierce und sein Team von der University of California haben die Daten einer repräsentativen Kohortenstudie ausgewertet. Über 13.000 Raucherinnen und Raucher haben an drei Befragungen teilgenommen. Nach der Erstbefragung erfolgten zwei Nachbefragungen im Abstand von jeweils einem Jahr.
Zur ersten Nachbefragung haben 9 Prozent der Teilnehmenden angegeben, das Tabakrauchen inzwischen aufgegeben zu haben. Von den nun ehemaligen Raucherinnen und Rauchern sagten 63 Prozent, vollständig auf Nikotin zu verzichten. 37 Prozent der ehemals Rauchenden gaben hingegen an, auf andere nikotinhaltige Produkte umgestiegen zu sein. 23 Prozent nutzten E-Zigaretten, 18 Prozent sogar täglich. Andere nutzen Zigarren, Wasserpfeifen, Kautabak oder rauchfreie Tabakprodukte.
Das Forschungsteam hat sich anschließend angeschaut, wie viele der Befragten es geschafft haben, sich das ganze folgende Jahr erfolgreich von Zigaretten fern zu halten. Wer zur zweiten Nachbefragung angegeben hat, in den vergangen zwölf Monaten auch nur einen einzigen Zug an einer Zigarette genommen zu haben, galt als rückfällig.
Die Auswertungen zeigten: Von den Personen, die weder rauchten noch dampften, waren 51 Prozent zur zweiten Nachbefragung immer noch abstinent. Unter den Personen, die auf E-Zigaretten umgestiegen sind, sind nur 42 Prozent standhaft geblieben. Diese Personen hatten somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall ins Tabakrauchen als Personen, die ganz aufgehört haben, nikotinhaltige Produkte zu konsumieren.
„Wenn der Umstieg auf E-Zigaretten ein gangbarer Weg wäre, um mit dem Zigarettenrauchen aufzuhören, dann müssten diejenigen, die auf E-Zigaretten umgestiegen sind, viel geringere Rückfallquoten in das Zigarettenrauchen haben. Dafür haben wir keine Beweise gefunden“, erklärt Pierce. Die vorliegende Studie hat vielmehr zeigen können, dass der vollständige Verzicht auf Nikotin die größeren Erfolgschancen hat.
Andere Studien mit kürzeren Nachbefragungsintervallen hätten nach Aussagen des Forschungsteams zwar durchaus Hinweise erbringen können, dass E-Zigaretten beim Rauchausstieg helfen. Langfristig sei dies aber nicht der Fall. Dazu sagt Pierce: „Aufhören ist das Wichtigste, was Rauchende tun können, um ihre Gesundheit zu verbessern. Die Beweise zeigen, dass der Umstieg auf E-Zigaretten die Wahrscheinlichkeit, von Zigaretten wegzukommen, nicht erhöht, sondern verringert.“
Anzumerken ist, dass Personen, die auf E-Zigaretten umgestiegen sind, im Schnitt eine stärkere Tabakabhängigkeit aufwiesen und auch mehrere Ausstiegsversuche unternommen hatten. Nach Einschätzung des Forschungsteams sei es denkbar, dass der Umstieg auf etwas weniger schädliche Nikotinprodukte nur ein Zwischenschritt ist hin zu einer vollständigen Abstinenz. Dies müssten zukünftige Studien mit weiteren Nachuntersuchungen klären.
Tipps und Informationen für ein rauchfreies Leben bietet das rauchfrei Ausstiegsprogramm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Quellen:
Bestimmte Gene erhöhen gleichzeitig Risiko für Sucht und psychische Erkrankungen (11.12.2024)
Führt Kiffen zum Tabakrauchen oder ist es andersherum? (25.09.2024)
Wie Yoga beim Drogenausstieg helfen kann (03.07.2024)
Einweg-Vapes können schnell süchtig machen (02.07.2025)
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