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31.05.2023
Eine Studie aus den USA findet Belege für einen wechselseitigen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Depressionen.

Bild: David-W- / photocase.de
„Ich hatte die Freude verloren.“ Niklas Schmidt hatte keine Kraft mehr, zum Training zu gehen oder andere Menschen zu sehen. Der 25-jährige Fußball-Profi von Werder Bremen spricht im Interview mit dem SPIEGEL darüber, wie die Depression sich in sein Leben gefressen hat. Irgendwann fragte er sich nur noch: Wozu das alles? Der Fußballer hatte aber Glück im Unglück. Seine Freundin hat erkannt, wie er sich immer mehr zurückzog und drängte ihn, sich helfen zu lassen.
Depressionen kommen vergleichsweise häufig vor. Schätzungen zufolge erkranken 16 bis 20 von 100 Menschen irgendwann in ihrem Leben an einer Depression. Auch Leistungssportler wie Niklas Schmidt können betroffen sein. Wie genau Depressionen entstehen, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich gibt es eine Reihe möglicher Ursachen. Das können die Gene, belastende Erlebnisse oder biochemische Veränderungen sein. Beobachtet wurde, dass auch Cannabiskonsum öfter mit Depressionen einhergeht. Fragt sich: Werden die Personen depressiv, weil sie kiffen? Oder kiffen sie, weil ihre Depression sie dazu bringt? Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat sich mit diesen Fragen befasst.
Studienleiterin Sandra Brown und ihr Team haben die Daten einer Kohortenstudie ausgewertet. 767 Jugendliche und junge Erwachsene haben daran teilgenommen. Bis zu acht Mal wurden sie im Jahresrhythmus zu verschiedenen gesundheitlichen Aspekten befragt. Die jüngsten der Teilnehmenden waren 15 Jahre alt, die ältesten 24. Durch die mehrfache Befragung konnte das Forschungsteam das zeitliche Auftreten von Depressionen und Cannabiskonsum erfassen.
Die Analysen bestätigen, dass Cannabis mit Depressionen in Zusammenhang steht. Doch die Verbindung zwischen Cannabis und Depression scheint keine Einbahnstraße zu sein. Das Forschungsteam hat zum einen nachweisen können, dass junge Menschen mit Cannabiskonsum ein Jahr später mit höherer Wahrscheinlichkeit unter depressiven Symptomen litten. Zum anderen griffen Befragte mit Depressionen ein Jahr später häufiger zu Cannabis. Der Zusammenhang scheint wechselseitig zu sein: Cannabis und Depressionen verstärken sich gegenseitig.
Denkbar sei, dass Depressionen zum Kiffen anregen, weil sich Betroffene im Rausch eine zeitweilige Linderung von ihren Krankheitssymptomen erhoffen. Das Forschungsteam spricht von der so genannten „Selbst-Medikations-Hypothese“. Dafür spricht ein weiteres Teilergebnis: Junge Menschen, die kifften, hatten mehr Konsumtage, wenn sie gleichzeitig unter depressiven Symptomen litten.
Cannabiskonsum könnte wiederum nachfolgend Depressionen bei jungen Menschen fördern, weil der Wirkstoff THC den Prozess der Gehirnentwicklung stört. Generell gibt es Belege dafür, dass vor allem chronischer Cannabiskonsum das Risiko für psychische Erkrankungen erhöht.
Personen, die zu depressiven Stimmungen neigen, sollten sich daher bewusst machen, dass Cannabiskonsum ihnen langfristig mehr schadet als guttut. Bei Notlagen oder seelischen Problemen ist es ratsam, sich möglichst frühzeitig einem anderen Menschen anzuvertrauen. So rät Niklas Schmidt: „Finde Menschen, denen du vertrauen kannst, und rede mit ihnen über alles! Und geh auf Leute zu, die dir auch professionell helfen können.“
Unter anderem gibt es folgende Beratungsmöglichkeiten:
Quellen:
Angststörungen gehen mit häufigerem Cannabiskonsum einher (26.11.2025)
Warum junge Menschen mit sozialen Ängsten verstärkt zu Cannabis greifen (12.02.2025)
Macht Cannabis gleichgültig? (08.01.2025)
Cannabis und Tabak haben ähnliche Folgen für die Blutgefäße (16.07.2025)
Mehr Notfallbehandlungen wegen 420 (18.06.2025)Webanalyse / Datenerfassung
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