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 HomeNewsArchiv > 2016 > Alleine "vorglühen" ist Hinweis auf problematischen Alkoholkonsum

News-Archiv


Archiv Jahr 2016


29.01.2016

Alleine "vorglühen" ist Hinweis auf problematischen Alkoholkonsum

In der Kneipe oder in der Disko ist Alkohol teurer als im Supermarkt. Um Geld zu sparen trinken manche Menschen daher schon vor dem Ausgehen Alkohol, auch bekannt als „Vorglühen“. Geld sparen ist aber nicht immer der wichtigste Grund.

Zwei weit aufgerissene Augen, die durch einen Glasboden starren

Bild: Fiebke / photocase.com

Ein kalter Dieselmotor braucht das Vorglühen, um den Brennraum vor dem Start auf Temperatur zu bringen. Manche Menschen „heizen“ sich ebenfalls mit Alkohol ein, bevor sie sich ins Nachtleben stürzen. Ein kanadisches Forschungsteam hat durch eine Befragung unter Studierenden herausgefunden, dass manche von ihnen jedoch nicht - wie üblich - im Freundeskreis vorglühen, sondern alleine. Die Umfrage ergab, dass insbesondere Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, mit höherer Wahrscheinlichkeit alleine Alkohol trinken, bevor sie ausgehen.

Angst vor peinlichem Benehmen

Soziale Phobie ist die Angst vor den möglichen kritischen Reaktionen anderer Personen, weil die Betroffenen befürchten, sich ungeschickt oder peinlich zu benehmen. Schon die Erwartung an eine soziale Situation wie das Ausgehen kann eine soziale Phobie auslösen. Viele Menschen, die an sozialer Phobie leiden, würden daher solche Situationen eher meiden. Studienleiter Matthew Keough und sein Team gehen davon aus, dass sozial ängstliche Personen das Alkoholtrinken daher vor dem Ausgehen gezielt nutzen, um sich zu entspannen.

Wenn Alkohol jedoch gezielt getrunken wird, um Ängste zu „bewältigen“, ist das Risiko hoch, Probleme durch den Alkoholkonsum zu bekommen. So konnte das Forschungsteam aufzeigen, dass sozial ängstliche Studierende mit höherer Wahrscheinlichkeit einen problematischen Konsum entwickeln als nicht ängstliche Personen.

Alternative Strategien entwickeln

Menschen mit sozialer Phobie sollten daher möglichst darauf verzichten, Alkohol als „Problemlöser“ zu benutzen, erklären die Forscherinnen und Forscher. Denn aus dem problematischen Konsum kann sich letztlich eine Abhängigkeit entwickeln. Besser ist es, alternative Strategien zur Bewältigung der Ängste zu entwickeln. Sowohl die Selbsthilfe als auch Therapieverfahren bieten hier Hilfe.

Quelle:
Keough, M. T., Battista, S. R., O’Connor, R. M., Sherry, S. B. & Stewart, S. H. (2016). Getting the party started - Alone: Solitary predrinking mediates the effect of social anxiety on alcohol-related problems. Addictive Behaviors, 55, 19-24.