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 HomeNewsArchiv > 2016 > Cannabiskonsumierende Frauen haben häufiger ungeschützten Sex

News-Archiv


Archiv Jahr 2016


04.11.2016

Cannabiskonsumierende Frauen haben häufiger ungeschützten Sex

Ungeschützter Sex ist riskant. Ungewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Infektionen können die Folge sein. Einer aktuellen Studie zufolge steigt das Risiko für ungeschützten Sex für Frauen, wenn sie Cannabis konsumieren.

Zwei Möhren umschlingen sich

Bild: Josephin.nb / photocase.de

Die meisten jungen Menschen benutzten Kondome beim Sex. Aber nicht alle und nicht immer. Eine Befragung Alleinlebender im Alter zwischen 16 und 44 Jahren hat ergeben, dass nur 64 Prozent von ihnen immer oder zumindest häufig ein Kondom benutzt. Etwa jede fünfte Person gibt sogar an, nie ein Kondom beim Sex zu verwenden. Offenkundig gibt es immer noch Menschen, die es eher locker nehmen mit der Verhütung. Damit gehen sie ein hohes Risiko für ungewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder Hepatitis B ein.

Wiederholter ungeschützter Sex

Eine Studie aus den USA hat aufgezeigt, dass der Konsum von Cannabis mit einem erhöhten Risiko für ungeschützten Sex in Zusammenhang steht. Studienleiterin Arpana Agrawal und ihr Team haben rund 2.800 Frauen zwischen 18 und 27 Jahren interviewt. Unter den Frauen waren ausschließlich eineiige und zweieiige Zwillinge. Das Forschungsteam interessierte sich nur für wiederholten ungeschützten Sex. Dies traf dann zu, wenn eine Frau mindestens dreimal weder Kondome noch eine andere Form der Verhütung beim Sex benutzt hatte. Dabei ging es explizit nur um freiwilligen Sex, bei dem nicht die Absicht bestand, schwanger zu werden.

Das größte Risiko für ungeschützten Sex hatten den Ergebnissen zufolge Frauen, die vor dem Alter von 17 Jahren angefangen hatten, Cannabis zu konsumieren. Von den eineiigen Zwillingen, die früh in den Konsum eingestiegen sind, berichteten 47 Prozent von mehr als drei Gelegenheiten ohne jegliche Form der Verhütung. Dies traf jedoch nur auf 22 Prozent der Zwillinge zu, die erst spät oder gar nicht in den Cannabiskonsum eingestiegen sind.

Denkbar wäre, dass Cannabiskonsum nur die Folge einer generell erhöhten Bereitschaft für riskantes Verhalten ist. Die Risikobereitschaft ist vermutlich sowohl genetisch bedingt als auch eine Folge von Umweltfaktoren. Beides konnte das Team in ihrer Auswertung berücksichtigen, da sich Zwillinge genetisch sehr ähnlich sind und eine Reihe relevanter Faktoren wie Alkoholkonsum, Verhaltensauffälligkeiten oder Missbrauchserfahrungen in der Kindheit zusätzlich erhoben wurden.

2-fach erhöhtes Risiko bei frühem Einstieg in Cannabiskonsum

Den entscheidenden Hinweis lieferten eineiige Zwillingspaare, von denen einer vor dem Alter von 17 Jahren angefangen hatte zu kiffen, der andere aber nicht. Während 39 Prozent der Früheinsteigerinnen wiederholten ungeschützten Sex hatten, traf dies nur auf 26 Prozent ihrer eineiigen Zwillingsschwestern zu, die später oder gar nicht in das Kiffen eingestiegen sind.

Nach Einbezug weiterer möglicher Risikofaktoren errechnete das Team ein rund 2-fach erhöhtes Risiko für ungeschützten Sex, wenn der erste Cannabiskonsum vor dem Alter von 17 Jahren stattgefunden hatte. Das Forschungsteam schlussfolgert: Auch wenn die Gene zweifelsohne von Bedeutung sind für das Risikoverhalten, scheint Cannabiskonsum ebenfalls einen von der generellen Risikobereitschaft unabhängigen Einfluss darauf zu haben, ob Frauen sich wiederholt auf ungeschützten Sex einlassen.

Agrawal und ihr Team vermuten, dass die Beziehungen der Frauen eine Rolle spielen. So gaben Frauen mit wiederholt ungeschütztem Sex häufiger an, eine Beziehung zu drogenkonsumierenden Partnern zu haben. Die Eigenschaften der Partner und die Qualität der Beziehungen könnte gewissermaßen die „ursächliche“ Komponente in diesem Zusammenhang sein, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrem Fachartikel. Allerdings liegen dem Forschungsteam keine Informationen zu den Partnern vor, mit denen die Frauen ungeschützten Sex hatten.


Quellen: