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 HomeNewsArchiv > 2016 > Crystal Meth steht im Verdacht Parkinson auszulösen

News-Archiv


Archiv Jahr 2016


18.03.2016

Crystal Meth steht im Verdacht Parkinson auszulösen

Der schnelle Kick durch Amphetamine wie Crystal Meth kann möglicherweise die Parkinson-Krankheit auslösen. In einer aktuellen Studie konnten Hirnveränderungen und Parkinson-Symptome bei ehemaligen Crystal-Konsumentinnen und -Konsumenten nachgewiesen werden.

Crystal Meth Kristalle

Bild: Kaesler Media / Fotolia.com

Sie machen wach und vermitteln das Gefühl, voller Energie zu sein. Stimulierende Drogen wie Speed oder Crystal Meth können zweifelsohne ungeahnte Kräfte freisetzen. Konsumierende gehen allerdings ein hohes gesundheitliches Risiken ein. In einer aktuellen Studie konnten Hirnveränderungen nachgewiesen werden, die langfristig zu sein scheinen.

Bereits im Jahr 2013 hatte eine Forschungsgruppe um Studienleiterin Gabrielle Todd Hinweise veröffentlicht, denen zufolge der Konsum von Stimulanzien mit einer abnormalen Vergrößerung einer Hirnregion in Zusammenhang steht, die als Substantia Nigra bezeichnet wird. Todd und ihr Team weisen darauf hin, dass eine Vergrößerung in diesem Bereich der Parkinson-Krankheit häufig vorausgeht. Die Parkinson-Krankheit wird auch als Schüttellähmung bezeichnet, weil die Betroffenen unter Muskelsteife und Zittern im Ruhezustand leiden. Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar.

In einer neuen Studie unter der Leitung von Gabrielle Todd hat das Forschungsteam erkundet, ob sich erste Anzeichen der Parkinson-Krankheit bei Drogenkonsumierenden nachweisen lassen und welche Art von Stimulanzien das Risiko erhöht.

Vier Vergleichsgruppen

Hierzu wurden vier Gruppen von Personen untersucht. Eine Gruppe von 27 Personen hatte in der Vergangenheit überwiegend Crystal Meth konsumiert, war aber seit über drei Jahren abstinent. 19 Personen hatten vorwiegend Ecstasy und keine anderen Amphetamine konsumiert. 30 Personen hatten nur Erfahrung mit Cannabis und weitere 37 Personen gar keine Drogenerfahrung.

Bei allen Teilnehmenden wurde die Größe der Substantia Nigra per Ultraschall vermessen. Darüber hinaus wurde eine spezielle neurologische Untersuchung vorgenommen, in der die Personen auf Anzeichen von Parkinson hin getestet wurden. Die Leitenden der Untersuchung wussten nicht, zu welcher Gruppe die zu testenden Personen gehören.

Parkinson-Symptome nach drei Jahren Abstinenz

In der Amphetamingruppe konnte erneut eine signifikant vergrößerte Substantia Nigra nachgewiesen werden. Die Personen mit Crystalerfahrung zeigten zudem Symptome, die für eine Parkinson-Krankheit typisch sind. Dies waren Auffälligkeiten in den Bewegungen, der Körperhaltung und der Sprache. Die Symptome waren zwar noch nicht gravierend, aber für den geschulten Blick erkennbar.

Das Forschungsteam schlussfolgert, dass Amphetamine wie Crystal Meth das Risiko für Parkinson vermutlich erhöhen, Ecstasy jedoch nicht. Da die Personen der Amphetamingruppe schon seit mehr als drei Jahren weder Crystal Meth noch andere Amphetamine konsumiert haben, besteht der Verdacht, dass die Folgen des Konsums langfristig sind.

Einschränkend muss jedoch erwähnt werden, dass die Personen der Amphetamingruppe auch Ecstasy konsumiert hatten, und zwar deutlich mehr als die Teilnehmenden, die der Ecstasygruppe zugeordnet wurden. Insofern lässt sich nicht ausschließen, dass Ecstasy ebenfalls einen Anteil an den neuroanatomischen Folgen hat. Weitere Studien sind daher notwendig, um den beschriebenen Verdacht zu erhärten.

Quelle:
Todd, G., Pearson-Dennett, V., Wilcox, R. A., Chau, M. T., Thoirs, K., Thewlis, D., Vogel, A. P. & White, J. M. (2016). Adults with a history of illicit amphetamine use exhibit abnormal substantia nigra morphology and parkinsonism. Parkinsonism and Related Disorders, doi:10.1016/j.parkreldis.2016.02.019.