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 HomeNewsArchiv > 2016 > Dauerkiffen ein Risikofaktor für Knochenbrüche?

News-Archiv


Archiv Jahr 2016


23.09.2016

Dauerkiffen ein Risikofaktor für Knochenbrüche?

Knochen sind lebende Organe. Über den Blutkreislauf werden sie mit Nährstoffen versorgt. Für die Knochengesundheit spielt es daher eine Rolle, was wir täglich zu uns nehmen. Ein britisches Forschungsteam hat erstmals untersucht, wie sich Cannabiskonsum auf die Knochendichte auswirkt.

Verbundener Arm in Schlinge vor dem Bauch

Bild: anetlanda / Fotolia.com

Mit unglaublicher Wucht schlägt die Hand auf den Stein. Der Stein zerbricht. Die Hand bleibt heil. Es ist erstaunlich, was Knochen aushalten können, wenn durchtrainierte Kampfsportler oder Kampfsportlerinnen ihre Muskeln spielen lassen. Jahrelanges Krafttraining dürfte einen maßgeblichen Anteil daran haben. Denn Sport kann nachweislich die Stabilität der Knochen verbessern.

Was wir täglich zu uns nehmen hat ebenfalls Einfluss auf unsere Knochen. So ist es wichtig, unter anderem ausreichend Kalzium mit der Nahrung aufzunehmen. Der Mineralstoff sorgt für Stabilität im Knochen. Andere Substanzen können hingegen eine schädliche Wirkung auf die Knochen haben. So hat eine frühere Studie zeigen können, dass Alkohol und Tabakrauchen die Knochendichte beeinträchtigen. Bislang ist jedoch nicht bekannt, welchen Einfluss Cannabis auf die Knochendichte beim Menschen hat.

Ein Forschungsteam um Studienleiter Stuart Ralston hat nun erstmals Knochendichtemessungen an Cannabiskonsumierenden vorgenommen. 56 moderat und 114 stark Konsumierende haben an der Studie teilgenommen. Zum Vergleich wurden 114 Personen, die zwar Zigaretten, aber kein Cannabis rauchten, hinzugezogen.

Geringere Knochendichte, mehr Knochenbrüche

Die Ergebnisse machen deutlich, dass starker Cannabiskonsum nicht nur mit einer reduzierten Knochendichte in Zusammenhang steht, Kiffer hatten in der Vergangenheit auch häufiger Knochenbrüche als Personen der Kontrollgruppe. Der Einfluss von Cannabis blieb auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie dem Alter, dem Geschlecht oder dem Konsum anderer Drogen statistisch bedeutsam.

Allerdings kann die Studie nicht erklären, wie dieser Zusammenhang zustande kommt. Angesichts der Tatsache, dass die Studie überhaupt zum ersten Mal Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen starkem Cannabiskonsum und verringerter Knochendichte geliefert hat, dürften die Ergebnisse nur als vorläufig zu betrachten sein. Weitere Studien sind notwendig, um das Phänomen näher zu untersuchen.

Quelle:
Sophocleous, A., Robertson, R., Ferreira, N. B., McKenzie, J., Fraser, W. D. & Ralston, S. H. (2016). Heavy cannabis use is associated with low bone mineral density and an increased risk of fractures. The American Journal of Medicine, 10.1016/j.amjmed.2016.07.034.