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News-Archiv


Archiv Jahr 2016


08.04.2016

Mehr als 5-fach erhöhtes Risiko für Schlaganfall nach Kokain

In einer Studie aus den USA konnte nachgewiesen werden, dass die akute Wirkung von Kokain das Risiko für einen Schlaganfall deutlich erhöht.

Mann fällt nach hinten

Bild: kallejipp / photocase.com

Die Auswirkungen eines Schlaganfalls können sehr unterschiedlich sein. Typisch sind plötzliche Schwäche, Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Gangunsicherheit, Schwindel, Gesichtsfeldausfall oder starke Kopfschmerzen. Der Grund ist eine plötzlich auftretende Schädigung von Hirnarealen.

In den meisten Fällen handelt es sich um einen ischämischen Schlaganfall. Das ist ein akuter Verschluss eines Hirngefäßes mit der Folge, dass die betroffene Hirnregion unterversorgt wird. Kommt es zu einer Hirnblutung infolge eines Gefäßrisses spricht man von einem hämorrhagischen Schlaganfall.

Fall-Kontroll-Studie

Studienleiter Steven Kittner und sein Team haben untersucht, wie hoch das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall unter jungen Erwachsenen ist, wenn sie Kokain konsumieren. Aus Fallberichten ist bekannt, dass Kokain mit Schlaganfällen in Zusammenhang steht. Bislang war jedoch unklar, wie hoch das Risiko tatsächlich ist.

Das US-amerikanische Forschungsteam hat dazu eine Fall-Kontroll-Studie durchgeführt. 1.090 junge Erwachsene, die aufgrund eines Schlaganfalls im Krankenhaus behandelt werden mussten, bildeten die „Fälle“. Weitere 1.154 Personen ohne akuten Schlaganfall dienten als Kontrollgruppe. Beide Gruppen waren hinsichtlich des Alters, der Geschlechterverteilung und der Wohngegend vergleichbar.

Höchstes Risiko in den ersten 24 Stunden

Der Anteil an Personen mit Kokainerfahrung war zwar in beiden Gruppen etwa gleich groß, in der Gruppe der „Fälle“ gab es allerdings einen deutlich höheren Anteil an Personen, die mehr als einmal pro Woche gekokst haben. Von den Personen, die einen Schlaganfall erlitten haben, hatten 26 Personen innerhalb der letzten 24 Stunden vorher Kokain konsumiert.

Kittner und sein Team errechneten, dass innerhalb von 24 Stunden nach dem Kokainkonsum ein 5,7-fach erhöhtes Risiko besteht, einen Schlaganfall zu bekommen. In ihrer Kalkulation hatte das Team auch bekannte Schlaganfall-Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Bluthochdruck berücksichtigt.

In den meisten Fällen ist der Schlaganfall sogar innerhalb der ersten sechs Stunden nach dem Konsum eingetreten. Beim Rauchen von Kokain war das Schlaganfallrisiko am höchsten. Das Sniefen von Kokain stand allerdings ebenfalls mit einem signifikant erhöhten Risiko für Schlaganfall in Zusammenhang.

Der Grund für das erhöhte Schlaganfallrisiko durch Kokain geht vermutlich auf die Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem zurück, erläutert das Forschungsteam. Kokain hat zum einen eine gefäßverengende Wirkung und fördert zum anderen die Gefäßverkalkung.

Quellen:
Cheng, Y.-C., Ryan, K. A., Qadwai, S. A., Shad, J., Sparks, M. J., Wozniak, M. A., Stern, B. J., Phipps, M. S., Cronin, C. A., Magder, L. S., Cole, J. W. & Kittner, S. J. (2016). Cocaine Use and Risk of Ischemic Stroke in Young Adults. Stroke, doi: 10.1161/STROKEAHA.115.011417.
gesundheitsinformationen.de. Schlaganfall