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Drogenlexikon

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Morphin, Morphium

Das Opiat Morphin ist der hauptsächliche Bestandteil des Rohopiums, das aus dem Schlafmohn (papaver somniferum) gewonnen wird. Schlafmohn und das hieraus gewonnene Opium waren seit Jahrtausenden als schmerzstillende Substanzen bekannt. Aber erst 1803/1804 gelang es dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner erstmals, den hauptsächlichen Wirkstoff aus dem Rohopium zu isolieren. Er nannte die kristalline Substanz Morphium, abgeleitet von Morpheus, dem griechischen Gott des Schlafes. 1828 wurde es dann als stark wirkendes Schmerzmittel auf den Markt gebracht.

Im deutsch-französischen Krieg 1870-1871 wurde Morphin erstmals in großem Stile bei der Behandlung Verwundeter eingesetzt. Viele wurden dadurch morphinabhängig. Der Begriff „Soldatenkrankheit“ wurde in dieser Zeit dafür geprägt. Da Morphin aber nach wie vor eines der stärksten Schmerzmittel ist, wird es auch heute noch in der Medizin verwendet.

Mit dem Ziel ein schmerzstillendes aber nicht abhängig machendes Mittel zu schaffen, wurde 1874 das Diamorphin synthetisiert, das später unter dem Namen "Heroin" auf den Markt gebracht wurde. Sowohl Morphin als auch Heroin können stark körperlich und psychisch abhängig machen.


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