Ansteigende Nutzung von Vapes und Zigaretten unter Jugendlichen

03.06.2026

Die meisten jungen Menschen rauchen nicht und vapen nicht. Das vorweg. Aber bei einem Teil von ihnen nimmt das Zigarettenrauchen und das Vapen zu, wie eine aktuelle Umfrage aufzeigt. 

Nahaufnahme einer E-Zigarette mit Dampf

Bild: Vladyslav Horoshevych / iStock.com

Junge Erwachsene rauchen weniger, Jugendliche mehr

Die Zeiten ändern sich. Im Jahr 1973 war das Rauchen in Restaurants noch normal. Selbst in Flugzeugen konnte man qualmen. Im selben Jahr wurde die Drogenaffinitätsstudie zum ersten Mal durchgeführt. Damals gaben 63 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren an zu rauchen. Seitdem nimmt der Anteil der Rauchenden in dieser Altersgruppe beständig ab. 2021 rauchten nur noch 30 Prozent der jungen Erwachsenen. In der letzten Befragung der Drogenaffinitätsstudie aus dem Jahr 2025 sank dieser Wert weiter auf 26 Prozent. 

Bei Jugendlichen scheint sich dieser Trend zumindest vorerst nicht fortzusetzen. Unter den 12- bis 17-Jährigen hatten im Jahr 2021 nur noch 6 Prozent geraucht. 2025 ist der Anteil Rauchender aber wieder auf 10 Prozent gestiegen. So hoch war die Raucherquote unter Jugendlichen zuletzt im Jahr 2015. 

Zunehmende Verbreitung von Mehrweg-Vapes

Ein ebenfalls ansteigender Trend zeigt sich beim Vapen, also beim Konsum von E-Zigaretten. Dabei wird eine zumeist nikotinhaltige Flüssigkeit, die als Liquid bezeichnet wird, verdampft. Zwar werden Einweg-Vapes und E-Shishas seltener konsumiert, der Konsum von Mehrweg-Vapes hat aber deutlich zugenommen. 

Bei Jugendlichen stieg der Anteil Konsumierender von Mehrweg-Vapes seit 2021 von 2 auf aktuell 7 Prozent. Unter 18- bis 25-Jährigen ist der Anteil Nutzender im selben Zeitraum von 6 auf 13 Prozent gestiegen. 

„Baller-Liquids“ mit synthetischen Cannabinoiden

In dem Zusammenhang gibt es Meldungen, denen zufolge die Liquids auch synthetische Drogen enthalten können. Von „Baller-Liquids“ ist die Rede. Unter den Namen „Görke“ oder „Klatsch-Liquid“ werden synthetische Cannabinoide beigemengt. 

Den Liquids ist aber nicht immer anzusehen, was sie enthalten oder wie hoch die Konzentration der synthetischen Stoffe ist. Manche junge Menschen konsumieren die illegalen Substanzen vermutlich unwissentlich. Synthetische Cannabinoide gelten als deutlich gefährlicher als natürlicher Cannabis. Unter anderem drohen Herz-Kreislauf-Probleme, Krampfanfälle und psychotische Symptome. 

Die hessische Polizei berichtet von Fällen, in denen Jugendliche nach dem Konsum solcher Liquids ärztlich versorgt werden mussten. In einem Fall konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Konsum von „Baller-Liquid“ am Tod eines 26-Jährigen beteiligt war.

Ansteigender Trend bei Nikotinbeuteln

Nikotinbeutel sind zwar nicht ganz so gefährlich, gewinnen aktuell aber ebenfalls an Bedeutung. Nikotinbeutel sind kleine Kissen, die ein nikotinhaltiges Pulver enthalten und für gewöhnlich zwischen Zahnfleisch und Oberlippe gelegt werden. Von dort wird das Nikotin über die Mundschleimhaut aufgenommen. 

Unter Jugendlichen ist der Gebrauch von Nikotinbeuteln von 4 Prozent in 2023 auf 6 Prozent in 2025 gestiegen. Im selben Zeitraum ist der Anteil Nutzender unter jungen Erwachsenen von 15 auf 19 Prozent gestiegen. Anzumerken ist, dass Nikotinbeutel in Deutschland nicht verkauft werden dürfen.

Dazu erklärt Johannes Nießen, Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Die meisten Jugendlichen leben rauchfrei, das ist erst einmal eine gute Nachricht. Gleichzeitig rauchen wieder mehr Jugendliche und auch Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeutel werden häufiger konsumiert. Das bereitet uns Sorge, denn Nikotin macht schnell abhängig und kann den Einstieg ins Rauchen erleichtern. Deshalb klären wir früh auf, unterstützen beim Ausstieg und setzen uns für klare Regeln ein, die junge Menschen schützen.“

Informationen und Unterstützung für den Rauchstopp gibt es unter www.rauchfrei-info.de

Quellen:

  1. BIÖG>Pressemitteilung (26.5.2026)
  2. Orth, B. & Nitzsche, A. (2026). Die Drogenaffinität Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2025. Teilband Tabak und andere nikotinhaltige Produkte. BIÖG Forschungsbericht. Köln: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. PDF
  3. NDR (6.1.2026) https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/panikattacken-und-psychosen-landkreis-warnt-vor-drogen-in-vapes,vapes-106.html
  4. Polizei Hessen>Pressemitteilung (4.12.2025)

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