Home > News > Aktuelle Meldungen > Erste Langzeithinweise auf Atemwegserkrankungen durch E-Zigaretten
22.01.2020
In den USA wurden die Ergebnisse einer ersten Längsschnittstudie zu E-Zigaretten veröffentlicht. Demnach scheint das „Dampfen“ ebenso wie das Tabakrauchen Atemwegserkrankungen nach sich zu ziehen. Tabakrauchen gilt aber weiterhin als das größere Risiko.

Bild: Liukov / istockphoto.com
Beim Konsum von E-Zigaretten wird kein Rauch, sondern ein feiner Nebel inhaliert. Daher wird auch vom „Dampfen“ und nicht vom Rauchen gesprochen. Bisherige Studien deuten bereits an, dass der eingeatmete Dampf von E-Zigaretten die Atemwege schädigt. Eine erste Längsschnittstudie aus den USA bestätigt nun, dass E-Zigaretten das Risiko für Atemwegserkrankungen erhöhen. Konkret ging es um die chronische Bronchitis, Asthma, das Lungenemphysem und COPD. COPD umfasst die chronische Bronchitis, bei der es zur Entzündung und Einengung der Atemwege kommt sowie das Lungenemphysem, das durch die Zerstörung von Lungengewebe gekennzeichnet ist.
Zwei Forscher aus den USA haben die Daten einer großen Bevölkerungsstudie ausgewertet, an der über 32.000 Personen beteiligt waren. Zwischen 2013 und 2016 wurden die Beteiligten drei Mal zu ihrem Konsumverhalten und zu Atemwegserkrankungen befragt.
Längsschnittstudien haben insofern Vorteile, weil sie anders als einmalige Befragungen Erkrankungen erfassen, die neu auftreten. So wurden in der Längsschnittstudie zu E-Zigaretten nur solche Personen einbezogen, die zur ersten Befragung noch keine Atemwegserkrankung aufwiesen. Nachfolgend wurde geprüft, wie viele Personen mit oder ohne Konsum von E-Zigaretten oder Tabak erstmals erkrankt sind.
Die beiden Forscher Dharma Bhatta und Stanton Glantz konnten nachweisen, dass der Konsum von E-Zigaretten mit einem 1,3-fach erhöhten Risiko für Atemwegserkrankungen in Zusammenhang steht. Das Tabakrauchen kann jedoch weiterhin als das größere Risiko betrachtet werden. Raucherinnen und Raucher hatten ein 2,6-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko im Rahmen der Wiederholungsbefragung.
Die Ergebnisse würden somit oberflächlich betrachtet dafürsprechen, dass der Umstieg von Tabak auf E-Zigaretten das Risiko für Atemwegserkrankungen senkt. Doch die Realität sah anders aus. Denn die meisten Raucherinnen und Raucher sind nicht umgestiegen, sondern haben zusätzlich E-Zigarette konsumiert. Laut den Ergebnissen ist der kombinierte Gebrauch von herkömmlichen Zigaretten und E-Zigaretten mit einem mehr als 3-mal so hohem Risiko für Atemwegserkrankungen verbunden. Der kombinierte Konsum sei somit schädlicher, als wenn nur E-Zigaretten gedampft oder nur herkömmliche Zigaretten geraucht werden.
Quellen:
Webanalyse / Datenerfassung
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