Süß aromatisierte E-Zigaretten könnten das „Dampfen“ unter Jugendlichen fördern

01.01.2020

E-Zigaretten mit Fruchtaromen oder Süßigkeitengeschmack könnten dazu beitragen, dass das „Dampfen“ bei Jugendlichen zur Gewohnheit wird. Das ist das Ergebnis einer Wiederholungsbefragung aus den USA.

Person mit Kapuze über dem Kopf stößt Dampf einer E-Zigarette aus

Bild: Naveen Asaithambi / istockphoto.com

Immer weniger junge Menschen rauchen Tabak. Allerdings ist ein ansteigender Trend beim Ausprobieren von E-Zigaretten festzustellen. E-Zigaretten erzeugen keinen Rauch, sondern verdampfen eine Flüssigkeit, das als Liquid bezeichnet wird. Die Liquids werden meist mit Aromastoffen versetzt. Eine Studie aus den USA hat nun gezeigt, dass das „Dampfen“ unter Jugendlichen häufiger zur Gewohnheit wird, wenn sie fruchtige oder süße Aromen bevorzugen.

Adam Leventhal und sein Team haben eine Wiederholungsbefragung unter 478 US-amerikanischen Schülerinnen und Schülern durchgeführt, die E-Zigaretten konsumierten. Zu Beginn der Studie waren sie im Schnitt 16 Jahre alt. Nachbefragungen fanden im Abstand von einem halben Jahr statt.

Länger anhaltender und intensiverer Konsum von E-Zigaretten

64 Prozent der Jugendlichen, die fruchtige oder süße Aromen bevorzugten, haben ein halbes Jahr später immer noch E-Zigaretten konsumiert. Dies traf jedoch nur auf 43 Prozent der Jugendlichen zu, die mit eher „traditionellen“ Aromen wie Tabakgeschmack, Menthol oder Minze experimentierten.

Jugendliche mit einer Vorliebe für Fruchtaromen oder Süßigkeitengeschmack scheinen E-Zigaretten auch intensiver zu nutzen. Wenn sie E-Zigaretten benutzen, ziehen sie häufiger daran als Jugendliche, die „traditionelle“ Aromen bevorzugen. Dies sei nach Angaben des Forschungsteams insofern problematisch, als E-Zigaretten bei intensivem Gebrauch überhitzen können. Dabei würden mit höherer Wahrscheinlichkeit schädliche Stoffe wie Formaldehyd freigesetzt.

Gehirn Jugendlicher springt besonders auf Süßes an

Zwar könne die Studie nicht belegen, dass bestimmte Aromastoffe tatsächlich ursächlich das „Dampfen“ fördern. Allerdings sei bekannt, dass das Gehirn Jugendlicher besonders stark auf Süßes anspringt. Studien würden auch Hinweise liefern, dass einige Aromastoffe den PH-Wert senken. Dies würde die Aufnahme von Nikotin und damit das Risiko einer Nikotinabhängigkeit begünstigen.

Neben dem Risiko einer Nikotinabhängigkeit gibt es weitere Hinweise darauf, dass E-Zigaretten schädliche Wirkungen haben und Jugendliche dazu verleiten könnten, auf herkömmliche Zigaretten umzusteigen.

 

Quellen:

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