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10.06.2026
Und kann man womöglich high davon werden? Ein US-Forschungsteam hat Luftproben auf einem Cannabis-Festival und in einem Cannabis-Shops gesammelt und auf Schadstoffe analysiert.

Bild: 24K-Production / iStock.com
Sonntagnachmittag, ein Spaziergang im Park. Menschen dösen in der Sonne vor sich hin. Von irgendwoher ist Musik zu hören. Und hier und da ist im Vorbeigehen dieser typische Geruch zu vernehmen. Ist das schädlich, wenn ich passiv Cannabisrauch einatme? Kann ich high davon werden?
Ein US-amerikanisches Forschungsteam um Studienleiterin Suzaynn Schick ist diesen Fragen nachgegangen. Das Team hat im Bundesstaat Kalifornien Luftproben auf einem Indoor-Cannabis-Festival und in zwei Cannabis-Shops genommen. In einem der Shops war nur das Vapen erlaubt. Beim Vapen wird Cannabis nicht verbrannt, sondern erhitzt bis er verdampft.
Im Labor analysierte das Forschungsteam zusätzlich Cannabisrauch und vaporisierten Cannabis, der von Testpersonen ausgeatmet wurde. Zum Vergleich hat es auch den Schadstoffgehalt von passivem Tabakrauch gemessen, der jedoch maschinell erzeugt wurde.
Im Fokus standen vor allem der Cannabiswirkstoff THC und so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK. PAK sind chemische Verbindungen, von denen einige als krebserzeugend gelten.
Die Forschenden haben PAK nicht nur im Tabakrauch, sondern auch im Cannabisrauch in nennenswertem Umfang gefunden. Unter den untersuchten Orten war das Cannabis-Festival am stärksten belastet. Das Forschungsteam hat errechnet, dass dort schon nach etwas mehr als zwei Stunden ein Schwellenwert erreicht wurde, der als nicht mehr risikolos bezeichnet wird.
Der Schwellenwert wird von einer kalifornischen Umweltbehörde festgelegt. Das bedeutet nicht, dass ein einmaliger Besuch eines Cannabis-Festivals sofort krank macht. Dieser Wert ist aber relevant für Personal, das regelmäßig solchen Luftkonzentrationen ausgesetzt ist.
Der Verkaufsshop, in dem Cannabis geraucht wurde, war nur etwas weniger stark belastet als das Festival. Im Cannabis-Shop, in dem nur das Vapen erlaubt war, wurden zwar auch PAK gemessen, aber auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Dort wurde der Grenzwert der kalifornischen Umweltbehörde erst nach etwa 14 Stunden erreicht.
Und kann man high davon werden? Die Forschenden konnten diese Frage eindeutig verneinen. Die in der Luft gemessenen THC-Konzentrationen lagen deutlich unter dem Schwellenwert, ab dem mit psychoaktiven Effekten zu rechnen ist. Auch die Teammitglieder, die über mehrere Stunden Proben vor Ort gesammelt haben, verspürten keine Wirkung durch passiv eingeatmeten Cannabisrauch.
Susaynn Schick und ihr Team kommen zu dem Schluss, dass das passive Einatmen von Cannabisrauch in geschlossenen Räumen durchaus ein gesundheitliches Risiko birgt. Hauptgrund sind die im Cannabisrauch enthaltenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe. Gefährdet sind Personen, die dem Rauch regelmäßig über einen längeren Zeitraum passiv ausgesetzt sind.
Quelle:
Schwellenwerte für problematischen Cannabiskonsum (10.02.2026)
Nachweis von Cannabis nach einem Monat Abstinenz (17.03.2020)
Höheres Risiko für psychiatrische Probleme bei Konsum von hochpotentem Cannabis (31.12.2024)
Wie Cannabis mit traumatischen Erfahrungen und Paranoia zusammenhängt (19.05.2026)
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