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News-Archiv


Archiv Jahr 2015


06.03.2015

Crystal Meth schädigt Barriere im Gehirn

Die Droge Crystal Meth gilt als besonders neurotoxisch, also giftig für das Gehirn. In einer Zellstudie konnte belegt werden, dass die Giftigkeit auch auf eine Schädigung der Blut-Hirn-Schranke zurückzuführen ist.

Grünes Schild mit Aufschrift

Bild: © istock.com / Raylipscombe

Ein Forschungsteam der University of the Western Cape in Südafrika ist der Frage nachgegangen, wie Methamphetamin, der Wirkstoff der Droge Crystal Meth, das Gehirn schädigt. Frühere Studien weisen darauf hin, dass Methamphetamin Nervenzellen zerstört. David Fisher und sein Team haben nun in einer Zellstudie nachweisen können, dass Methamphetamin auch die Blut-Hirn-Schranke schädigt und dies Ursache für Folgeschäden sein kann.

Die Blut-Hirn-Schranke besteht aus einem Wall dicht gepackter Zellen. Die so genannten Endothelzellen bilden eine Barriere, durch die nur besonders kleine Partikel durchdringen können. Dadurch wird verhindert, dass Erreger und Schadstoffe ins Gehirn eindringen. Wird dieser Schutzmechanismus außer Kraft gesetzt, können giftige Substanzen, die im Blut zirkulieren, in das Gehirn vordringen und Infektionen verursachen.

Zellteilung gestört

In der Studie wurden Zellkulturen mit Methamphetamin behandelt. Das Forschungsteam hat beobachten können, dass der normale Zyklus der Zellteilung in der Endothelzellschicht dadurch gestört wurde: Durch die verminderte Zellerneuerung war die Blut-Hirn-Schranke schließlich durchlässig geworden. Dieser Effekt trat jedoch erst nach 96 Stunden ein, also vier Tage nachdem die Zellen mit Methamphetamin behandelt wurden.

Fisher und sein Team konnten jedoch entgegen den Befunden früherer Studien keine direkt toxische Wirkung auf die Endothelzellen beobachten. Sie erklären, dass die Dosierungen in früheren Studien deutlich höher waren und der Zelltod vermutlich eher eine nachrangige Folge durch Überhitzung gewesen sei. Die in der aktuellen Studie verwendeten Methamphetaminkonzentrationen seien hingegen sehr viel niedriger. Die Ergebnisse sollten daher auch für Gelegenheitskonsumierende eine Warnung seien, erklären Fisher und sein Team, weil eine Schädigung der Blut-Hirnschranke langfristige Schäden nach sich ziehen könne.

Quelle:
Fisher, D., Gamieldien, K. & Mafunda, P. S. (2015). Methamphetamine is not Toxic but Disrupts the Cell Cycle of Blood-Brain Barrier Endothelial Cells. Neurotox Res, 11 Feb 2015.