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 HomeNewsArchiv > 2015 > Depressiv bei Abstinenz von Methamphetamin

News-Archiv


Archiv Jahr 2015


07.08.2015

Depressiv bei Abstinenz von Methamphetamin

Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, sorgt für Hochgefühle im Rauschzustand. Doch bei Abstinenz kann das Gegenteil eintreten: Depression. Eine aktuelle Studie liefert Belege dafür, dass das hormonelle Gleichgewicht bei Methamphetaminabhängigen aus den Fugen gerät.

Junger Mann mit Kapuzenstrickpulli hokst vor einer Steinwand und schaut nach unten

Bild: busdriverjens / photocase.com

Unsere Stimmung wird maßgeblich beeinflusst durch Hormone. Ein wichtiger Regelkreislauf für Hormone in unserem Körper ist das Wortungetüm Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Auf Englisch lautet sie hypothalamus-pituitary-adrenocorticol axes, weshalb sie auch als HPA-Achse abgekürzt wird. Die HPA-Achse sorgt unter Stress für eine vermehrte Ausschüttung von bestimmten Hormonen. Anschließend strebt die HPA-Achse wieder einen hormonellen Normalzustand an. Dauerhafter Stress kann den Regelkreislauf der HPA-Achse allerdings stören und so Depressionen hervorrufen.

Ein chinesisches Forschungsteam hat Methamphetaminabhängige untersucht und herausgefunden, dass das hormonelle Gleichgewicht der HPA-Achse bei ihnen gestört ist. 63 Methamphetaminabhängige, die seit kurzem abstinent waren, wurden in Rahmen der Studie mit 31 gesunden Personen verglichen. Die Personen der Kontrollgruppe waren im gleichen Alter wie die Abhängigen und unterschieden sich nicht im Hinblick auf die Bildung oder den beruflichen Hintergrund. Neben dem Hormonlevel wurde der Grad der Depressivität mit Hilfe eines Tests erfasst.

Regelkreislauf unterbrochen

Die Ergebnisse zeigten erwartungsgemäß deutlich höhere Werte für Depression bei den Methamphetaminabhängigen, die sich im Entzug befanden. Zudem war der hormonelle Regelkreislauf der HPA-Achse unterbrochen. Normalerweise würde auf eine vermehrte Ausschüttung des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) in der Hypophyse auch die Nebennierenrinde angeregt werden, den Level an Cortisol im Körper zu erhöhen. Bei den Methamphetaminkonsumierenden war jedoch der Level an ACTH erhöht und die Ausschüttung von Cortisol vermindert. Der Regelkreislauf, der verschiedene Hormone ins Gleichgewicht bringen soll, war gestört.

Das Forschungsteam hat seine Tests in den ersten 96 Stunden nach Abstinenz vorgenommen. Wie lange der hormonelle Kreislauf gestört bleibt, ist noch unklar. Frühere Studien hätten nach Angaben des Forschungsteams aber gezeigt, dass Methamphetaminabhängige teilweise noch mehrere Jahre nach dem Ausstieg aus dem Konsum unter depressiven Stimmungen leiden.

Quellen: