1. Sprung zur Servicenavigation
  2. Sprung zur Hauptnavigation
  3. Sprung zur Suche
  4. Sprung zum Inhalt
  5. Sprung zum Footer

 HomeNewsArchiv > 2015 > Einsame Kiffer stärker gefährdet für Abhängigkeit

News-Archiv


Archiv Jahr 2015


09.10.2015

Einsame Kiffer stärker gefährdet für Abhängigkeit

Jugendliche kiffen meist im Kreis von Freunden. Manche kiffen aber auch alleine. Einer aktuellen Studie zufolge entwickeln sich diese Jugendlichen später mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Problemkiffern.

Einsamer Cowboy auf Pferd vor Sonnenuntergang

Bild: blumenkind / Fotolia.de

Ein letzter Blick zurück, dann reitet er allein in den Sonnenuntergang. Der „Lonesome Cowboy“ ist der Prototyp des einsamen Helden. Sich alleine durchs Leben zu schlagen, hat hier eine romantische Note. Alleine zu kiffen, hat bei Jugendlichen jedoch nichts mit Romantik zu tun, sondern könnte ein Anzeichen dafür sein, dass der Konsum aus dem Ruder gerät.

In einer Langzeitstudie aus den USA konnte nachgewiesen werden, dass Jugendliche, die alleine Kiffen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit später einen problematischen Konsum entwickeln. Kasey Creswell und ihr Team haben hierzu 447 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren erstmals zu ihren Konsumgewohnheiten befragt. Im Alter von 25 Jahren wurden alle Jugendlichen erneut untersucht.

Männliche Jugendliche kiffen häufiger alleine

Interessanterweise sind die Konsummuster von drei Viertel der Teilnehmenden bis zum Alter von 18 Jahren relativ stabil geblieben. Etwa ein Drittel der Teilnehmenden hat ausschließlich im Beisein von Freunden gekifft, zwei Drittel haben hingegen regelmäßig alleine ihren Joint geraucht.

Als die Teilnehmenden 25 Jahre alt waren wurde geprüft, ob sie Anzeichen einer Cannabisabhängigkeit aufweisen. Hierbei zeigte sich, dass es einen eindeutigen Zusammenhang gibt, zwischen dem Alleinkiffen in der Jugend und dem Auftreten von Symptomen einer Abhängigkeit als junger Erwachsener. Zudem spielt das Geschlecht eine Rolle. 61 Prozent der allein kiffenden Jugendlichen waren männlich.

Motive wichtiger als Konsumhäufigkeit

Es spielte - zumindest statistisch betrachtet- keine Rolle, wie häufig die Jugendlichen Cannabis konsumiert hatten. Die Tatsache, dass sie alleine gekifft haben, war ein zuverlässiger Hinweis darauf, dass sie später einen problematischen Konsum entwickelten. Dies deutet darauf hin, dass die Motive fürs Kiffen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Abhängigkeit spielen.

Dennoch kann die Studie keine Aussage dazu machen, ob das Alleinkiffen ursächlich zum problematischen Konsum führt. Denn das Kiffen in der Jugend kann auch Ausdruck von anderen persönlichen Problemen sein. Kiffen würde dann dazu benutzt, um sich von diesen Problemen abzulenken und wäre insofern nur eine Folge der Probleme.

Alleinkiffen als Warnhinweis

Zwar ist das Kiffen in der Jugend generell als problematisch zu beurteilen, wer jedoch als Jugendlicher auch das Bedürfnis verspürt, sich alleine zuzudröhnen, für denjenigen oder diejenige sollte dies ein Warnhinweis sein, da er oder sie möglicherweise stärker gefährdet ist für eine Cannabisabhängigkeit als andere Gleichaltrige.

Quelle:
Creswell, K. G., Chung, T., Clark, D. B. & Martin, C. S. (2015). Solitary cannabis use in adolescence as a correlate and predictor of cannabis problems. Drug and Alcohol Dependence, doi:10.1016/j.drugalcdep.2015.08.027.