Hochpotenter Cannabis geht mit Schlafproblemen einher

19.08.2026

Vor dem Einschlafen zu kiffen, kann helfen schneller einzuschlafen. Doch häufiger Cannabiskonsum ist mit einer schlechteren Schlafqualität verbunden. Dabei scheint auch die Sorte Cannabis eine Rolle zu spielen, wie eine aktuelle Studie nahelegt.

Mann reibt seine Augen.

Bild: victormatic / photocase.de

Guter Schlaf ist wichtig. Nicht nur verarbeiten wir das tagsüber Erlebte. Erholsamer Schlaf fördert auch unser psychisches Wohlbefinden. Cannabiskonsum scheint sich jedoch ungünstig auf die Schlafqualität auszuwirken. In einer Studie aus Dänemark berichteten Personen mit problematischen Cannabiskonsum häufiger von Schlafproblemen und psychischen Belastungen. 

Erstautorin Ana Paula Gonçalves Donate und ihr Team haben untersucht, wie verschiedene Cannabisprodukte mit der Schlafqualität sowie mit Angst- und Depressionssymptomen zusammenhängen. Grundlage war eine Online-Befragung von 197 Erwachsenen, die im Schnitt 31 Jahre alt waren. 

Je ausgeprägter der problematische Konsum, desto geringer die Schlafqualität

Alle Teilnehmenden haben nahezu täglich Cannabis konsumiert. Je stärker der Konsum mit Folgeproblemen verbunden war, desto schlechter bewerteten die Teilnehmenden ihren Schlaf. Mit der Zunahme cannabisbezogener Probleme litten Betroffene auch stärker unter Angst- und Depressionssymptomen. 

Was Ursache und was Wirkung ist, sei allerdings unklar, betonen die Forscherinnen. Es könne sein, dass Menschen mit Schlafstörungen dazu neigen, Cannabis zur Linderung ihrer Beschwerden zu nutzen. Ebenso sei denkbar, dass Schlafstörungen und psychische Probleme eine Folge des Cannabiskonsums sind – oder sich beides gegenseitig beeinflusst.

Mehr Schlafprobleme bei Konsum von Cannabis mit hohem THC-Gehalt 

Die Art des bevorzugten Cannabisprodukts scheint den Ergebnissen zufolge ebenfalls relevant zu sein. Teilnehmende, die vorwiegend Haschisch oder andere Cannabisprodukte mit hohem THC-Gehalt nutzen, berichteten eher, schlecht zu schlafen, als Personen, die bevorzugt Blüten konsumieren. 

Den Forscherinnen zufolge sei in Dänemark der Anteil THC in Haschisch in den letzten Jahren stark gestiegen. Betrug der durchschnittliche THC-Gehalt im Jahr 2000 noch 8,3 Prozent, ist er bis 2022 auf 31,2 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche THC-Gehalt von Cannabisblüten, also Marihuana, liege in Europa hingegen bei „nur“ 11 Prozent.

Für Angst- und Depressionssymptome spielte die Art des Cannabisprodukts dagegen kaum eine Rolle. Entscheidend war ausschließlich die Intensität des Cannabiskonsums und den damit verbundenen Problemen.

Einschränkend erwähnen die Forscherinnen, dass die Produktart kein genauer Messwert für die tatsächlich aufgenommene THC-Menge sei. Jedoch würden ihre Ergebnisse darauf hinweisen, dass hochpotente Cannabissorten auch bei nahezu täglichem Konsum die Gesundheitsrisiken nochmals erhöhen. Expertinnen und Experten raten daher, bei der Wahl der Cannabissorte zu THC-armen Produkten zu greifen.

Bei Schlafproblemen hilft Schlafhygiene

Statt auf Cannabis zu setzen, wäre es bei Schlafproblemen generell besser, sich um eine gute Schlafhygiene zu kümmern. Wichtig ist es, schlaffördernde Bedingungen zu schaffen. Regelmäßige Zubettgehzeiten gehören beispielsweise dazu. Auf die Einnahme anregender Mittel wie Kaffee, Tee oder Alkohol sollte man 4 bis 6 Stunden vor dem Schlafen verzichten. Mehr Tipps zur Schlafhygiene sind unter gesundheitsinformation.de zu finden.

Bei täglichem Cannabiskonsum erleben Konsumierende womöglich noch mehr negative Folgen als „nur“ Schlafprobleme. Dann könnte es sinnvoll sein, das Kiffen deutlich zu reduzieren oder auch ganz einzustellen. Dabei hilft das Beratungsprogramm Quit the Shit. Die Nutzung ist kostenlos und anonym.

Quelle:

  • Gonçalves Donate, A.P., Cousijn, J. & Rømer Thomsen, K. (2026). Beyond cannabis use severity: associations of cannabis product type with sleep quality and mental health. Psychopharmacology. https://doi.org/10.1007/s00213-026-07103-x.

Webanalyse / Datenerfassung

Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Welcher Dienst wird eingesetzt?

Matomo

Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?

Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.

Welche Daten werden erfasst?

  • IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)

  • Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell

  • Betriebssystem-Version

  • Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins

  • aufgerufene URLs

  • die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)

  • Verweildauer

  • heruntergeladene PDFs

  • eingegebene Suchbegriffe.

Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).

Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.

Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?

Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.