Wie sich langjähriger Ecstasykonsum auf das Gehirn auswirkt

24.06.2026

Eine Studie aus der Schweiz zeigt auf: Der langjährige Konsum von Ecstasy geht einher mit einem schlechteren Gedächtnis und einer Reduzierung des Hirnvolumens in bestimmten Regionen. 

Junger Mann kratzt sich nachdenklich am Kopf

Bild: AaronAmat / iStock.com

Am Tag nach der Party ist die Laune eher so mittel. Während die akute Wirkung von Ecstasy Glücksgefühle beschert, ist der nächste Tag meist von Katerstimmung geprägt. Das liegt am Neurotransmitter Serotonin. Der wird durch den Ecstasywirkstoff MDMA massiv ausgeschüttet. Danach sind die Serotoninspeicher erschöpft und müssen sich erst wieder füllen, was ein paar Tage dauern kann.

Gehirne mit bildgebenden Verfahren vermessen

Eine neue Studie zeigt nun auf, dass häufiger Konsum mit langfristigen Hirnveränderungen in Verbindung steht. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Rebecca Coray von der Universität Zürich hat mit dem bildgebenden Verfahren der Magnetresonanztomographie (MRT) die Gehirne von 61 Ecstasykonsumierenden und ebenso vielen Kontrollpersonen vermessen.

Die Personen der Ecstasygruppe konsumierten die Droge seit durchschnittlich acht Jahren. Die Teilnehmenden beider Gruppen waren im Mittel 27 bis 28 Jahre alt, hatten einen vergleichbaren Bildungshintergrund und erzielten ähnliche Werte in einem Intelligenztest. Neben den MRT-Aufnahmen wurden auch Gedächtnistests durchgeführt und Haarproben auf MDMA analysiert.

Kleinerer Hippocampus

Das zentrale Ergebnis lautet: Bei Ecstasykonsumierenden waren bestimmte Bereiche des als Hippocampus bezeichneten Hirnareals kleiner als bei den Kontrollpersonen. Der Hippocampus ist wichtig für die Gedächtnisbildung. Dabei zeigte sich eine Dosis-Wirkungsbeziehung: Je höher die gemessene MDMA-Konzentration in den Haarproben war, desto kleiner war der Hippocampus. 

Auch im Gedächtnistest lieferten Ecstasykonsumierende schlechtere Leistungen als die Kontrollgruppe, und zwar umso schlechter, je mehr Ecstasy sie in den letzten sechs Monaten konsumiert hatten. Dabei ist anzumerken, dass der letzte Ecstasykonsum im Schnitt schon 25 Tage zurück lag. 

Rückgang der grauen Substanz in Bereichen mit hoher Dichte an Serotonin-Rezeptoren

Coray und ihr Team konnten zudem aufzeigen, dass sich der Rückgang des Nervenzellgewebes, das auch als graue Substanz bezeichnet wird, besonders stark an Stellen ausgeprägt war, wo die Dichte an Serotonin-Rezeptoren hoch ist. Die Ursache für den Rückgang an Nervengewebe ist daher vermutlich auf die Wirkung von MDMA auf die Serotoninrezeptoren zurückzuführen.

Die Forschenden können zwar nicht ausschließen, dass die Personen der Ecstasygruppe schon vor ihrer ersten Pille Unterschiede in der Hirnstruktur aufgewiesen haben. Die gefundenen Dosis-Wirkungsbeziehungen sprechen aber dafür, dass Ecstasy zumindest einen bedeutsamen Anteil daran hat.

Konsumierende sollten daher davon ausgehen, dass häufiger Ecstasykonsum langfristig schädlich für ihr Gehirn ist, was sich in verminderten Gedächtnisleistungen niederschlägt. Zudem ist auch die akute Wirkung von Ecstasy mit Risiken verbunden, die in bestimmten Fällen lebensgefährlich sein können.

Quelle:

  • Coray, R. C., Beliveau, V., Zimmermann, J., Preller, K. H., Wunderli, M., Baumgartner, M. R., Seifritz, E., Stock, A.-K., Beste, C., Cole, D. M. & Quednow, B. B. (2026). Memory deficits of MDMA users are linked to cortical thinning related to 5-HT receptor densities. Brain, 149(4), 1410–1421, https://doi.org/10.1093/brain/awaf391.

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