Jugendliche mit Mischkonsum durch psychische Probleme belastet

05.08.2026

Eine Studie aus Irland zeigt auf: Je mehr verschiedene Substanzen Jugendliche konsumieren, desto stärker belastet ist ihre psychische Gesundheit. Das gilt besonders für Mädchen. 

Bild: andlostluggage / photocase.de

Ängste, Unruhe oder Gefühle von Hoffnungslosigkeit: Manche Jugendliche haben es nicht leicht. Psychische Probleme können den Alltag enorm belasten. Eine aktuelle Studie aus Irland hat gezeigt, dass betroffene Jugendliche besonders häufig mehrere Substanzen wie Alkohol, Cannabis oder Nikotin konsumieren. Letzteres in Form von Tabak oder E-Zigaretten.

Über 4.400 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 16 Jahren haben an der Studie teilgenommen. Die anonymen Befragungen fanden an 40 Schulen sowohl in ländlichen wie auch städtischen Regionen Irlands statt. Die Forschenden wollten herausfinden, wie der Konsum von Alkohol, Cannabis und Nikotin mit verschiedenen Problemen zusammenhängt, darunter emotionale Probleme, Verhaltensauffälligkeiten und psychoseähnliche Erfahrungen.

Bis zu 3-fach erhöhtes Risiko für psychotische Erlebnisse bei Mischkonsum

Im Durchschnitt haben vier von zehn der 15- bis 16-Jährigen mindestens eine Droge konsumiert: 22 Prozent der Jugendlichen haben nur eine Substanz genommen, 12 Prozent zwei und 5 Prozent alle drei, also Alkohol, Cannabis und Nikotin. 

Mit jeder zusätzlich konsumierten Droge nahm auch die Häufigkeit psychischer Auffälligkeiten zu. Jugendliche, die alle drei Substanzen konsumierten, hatten im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Substanzkonsum ein etwa doppelt so hohes Risiko für emotionale Probleme wie Angstgefühle oder Niedergeschlagenheit. 

Mit einer etwa 3-fach höheren Wahrscheinlichkeit hatten die Vielkonsumierenden auch schon mal psychotische Erfahrungen gemacht. Verhaltensprobleme wie Impulsivität oder Regelverstöße traten ebenfalls deutlich häufiger auf. Hier war die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu nicht-konsumierenden Jugendlichen fast 6-mal so hoch.

Mädchen mit Mischkonsum besonders häufig durch psychische Auffälligkeiten belastet

Ein Geschlechtervergleich offenbarte, dass Mädchen im Kontrast zu Jungen und diversgeschlechtlichen Jugendlichen am stärksten durch psychische Auffälligkeiten belastet waren. Mit einer nahezu 8-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit zeigten sie irgendeine psychopathologische Auffälligkeit, wenn sie Alkohol, Cannabis und Nikotin konsumierten.

Die Forschenden betonen, dass die Studie keine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachweisen kann. Denkbar ist, dass Jugendliche aufgrund psychischer Belastungen zu Drogen greifen, um sich besser zu fühlen. Der Konsum selbst könnte psychische Probleme aber auch verstärken. Oder beide Phänomene beruhen auf gemeinsamen Risikofaktoren. Beispielsweise können traumatische Erfahrungen sowohl die psychische Gesundheit belasten als auch zum Drogenkonsum motivieren.

Die Studie hat deutlich gemacht, dass viele Jugendliche sowohl unter psychischen Problemen leiden, als auch einen verstärkten Hang zum Mischkonsum haben. Mädchen sind besonders betroffen. Aus Sicht der Forschenden gelte es nicht nur, Jugendliche vor dem Mischkonsum zu warnen. Der Substanzkonsum Jugendlicher müsse auch im Kontext ihrer mentalen Gesundheit betrachtet und ihnen hierzu Hilfe angeboten werden. 

Hilfeangebote

Für junge Menschen gibt es eine Reihe von Hilfe- und Beratungsmöglichkeiten. Folgende kostenlose und anonyme Angebote können sie nutzen, wenn sie Fragen zu Sucht und Drogen oder zu sonstigen Dingen haben, die ihnen auf der Seele lasten.

  • Das Kinder- und Jugendtelefon vom Verein „Nummer gegen Kummer e. V.“ steht unter der 116 111 montags bis samstags von 14-20 Uhr kostenlos zur Verfügung.
  • Die Telefon-Seelsorge ist rund um die Uhr kostenlos unter der 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar.
  • Darüberhinaus steht Jugendlichen die Chat-Beratung und E-Mail-Beratung von drugcom.de bei persönlichen Fragen und Problemen zur Verfügung.

Quelle:  

  • Fleury, R., Dooley, N., Staines, L., Hoey, J., Healy, C., Gillan, D., O’Higgens, F., O’Dowd, T., Smyth, B. & Cannon, M. (2026). Adolescent polysubstance use and psychopathology: a population-based survey in schools. Irish Journal of Psychological Medicine, 1–10, doi.org/10.1017/ipm.2026.10197. 

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