drugcom.de > News > Aktuelle Meldungen > Diese Argumente sprechen für eine ursächliche Beziehung zwischen Cannabis und Psychose
02.09.2026
Was sagt die Wissenschaft zum Zusammenhang zwischen Cannabis und psychischer Gesundheit? Eine aktuelle Übersichtsarbeit liefert Antworten.

Bild: sommerkind / photocase.de
„Mir war schließlich klar geworden, dass ‚Gras‘ für mich ‚Krankenhaus‘ bedeutet.“ In einem sehr persönlichen Bericht schildert der Psychologe Ad Gridley, wie er an einer Psychose erkrankte. Er sei schon jahrelang cannabisabhängig gewesen, als ihn „schreckliche akustische Halluzinationen“ heimsuchten und ihn glauben ließen, dass er nachts aus dem Bett geholt und gefoltert würde.
Inzwischen ist Gridley genesen, arbeitet am Kings College London und ist Teil eines Forschungsteams, das sich mit dem Thema Cannabis und mentale Gesundheit befasst hat. Unter der Leitung von Wayne Hall haben die Forschenden den aktuellen Forschungsstand zu Cannabis und den Zusammenhang mit Psychose, Angststörungen, Depressionen, der bipolaren Störung und Suizidalität gesichtet und bewertet.
Die stärksten Hinweise fanden die Forschenden für eine ursächliche Beziehung zwischen Cannabis und Psychose. Unter anderem zeigt eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024, dass der Freizeitkonsum von Cannabis mit einer etwa dreifach erhöhten Wahrscheinlichkeit verbunden ist, später eine Psychose zu entwickeln.
Zwar gibt es keine Belege dafür, dass Cannabis unabhängig von anderen Faktoren Psychosen auslöst. Hall und sein Team haben aber sechs Argumente formuliert, die dafürsprechen, dass Cannabis als zusätzlicher Faktor zum Ausbruch einer Psychose beitragen kann:
Der Zusammenhang von Cannabis mit Angststörungen, Depressionen, der bipolaren Störung und Suizidalität war hingegen weniger eindeutig. Bei diesen Erkrankungen könnten Betroffene zu Cannabis greifen, weil sie sich damit Linderung verschaffen wollen. Auch ist eine gegenseitige Beeinflussung denkbar. Oder es gibt andere zugrundeliegende Faktoren, die sowohl den Cannabiskonsum wahrscheinlich machen als auch die psychische Gesundheit belasten.
In jedem Falle empfehlen Hall und sein Team, dass Cannabiskonsumierende sich der Risiken bewusst sein sollten. Sie verweisen auf die Arbeit eines anderen Forschungsteams, das Empfehlungen zur Reduzierung des Psychose-Risiko durch Cannabis entworfen hat.
Vor allem sollten Konsumierende das Thema Cannabisabhängigkeit ernst nehmen, da problematischer Cannabiskonsum oft einhergeht mit psychischen Problemen. Im Online-Beratungsprogramm Quit the Shit können Cannabiskonsumierende sich anonym und kostenlos von einem professionellen Beratungsteam darin unterstützen lassen, ihren Konsum zu reduzieren oder ganz einzustellen.
So habe auch Ad Gridley erst dann begriffen, dass er nachts nicht wirklich aus dem Bett geholt und gefoltert wird, als er aufgehört hat, sein „geliebtes Gras“ zu konsumieren.
Quelle:
Problematischer Cannabiskonsum geht oft einher mit psychischen Problemen (21.07.2026)
Mehr Psychosen nach der Cannabis-Legalisierung? (09.12.2025)
Auswirkungen jugendlichen Cannabiskonsums (11.08.2026)
Cannabiskonsum erschwert den Rauchausstieg (05.05.2026)
Ist Cannabis die Ursache für wiederkehrendes Erbrechen? (14.04.2026)Webanalyse / Datenerfassung
Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
Welcher Dienst wird eingesetzt?
Matomo
Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?
Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.
Welche Daten werden erfasst?
IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)
Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell
Betriebssystem-Version
Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins
aufgerufene URLs
die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)
Verweildauer
heruntergeladene PDFs
eingegebene Suchbegriffe.
Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).
Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.
Wie lange werden die Daten gespeichert?
Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.
Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?
Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.
Wo werden die Daten verarbeitet?
Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.