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Drugcom: Drogenlexikon: Soziale Phobie

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Drogenlexikon

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Soziale Phobie

Angst als Schutzmechanismus

Angst ist eine natürliche Reaktion des Menschen. Angst schützt uns vor gefährlichen Situationen und drückt sich sowohl im Erleben als auch im Verhalten aus:

Wenn es zu einer unangemessenen oder dauerhaften Angstreaktion kommt, spricht man von einer Angsterkrankung oder Angststörung. Die Angst entwickelt eine Eigendynamik, die nichts mehr mit der realen Situation zu tun hat. Diese kann zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag der Betroffenen führen. Beispielsweise meiden Menschen mit Agoraphobie, auch bekannt als „Platzangst“, Menschenansammlungen in Warteschlangen, Bussen oder öffentlichen Plätzen und verlassen im schlimmsten Falle kaum noch die eigene Wohnung.

Angst vor kritischen Reaktionen

Bei der sozialen Phobie reagieren Menschen mit Angst und Vermeidung, wenn sie mit einer Situation konfrontiert werden, bei der sie andere Menschen treffen oder vor ihnen sprechen müssen. Soziale Phobie ist genau genommen nicht die Angst vor Menschen, sondern die Angst vor den möglichen kritischen Reaktionen anderer Personen, weil die Betroffenen befürchten, sich ungeschickt oder peinlich zu benehmen.

Menschen, die unter sozialer Phobie leiden, versuchen daher Situationen zu meiden, in denen sie beispielsweise einen Vortrag halten oder an geselligen Veranstaltungen teilnehmen müssen. Alleine schon die Erwartungshaltung vor sozialen Situationen kann Angst auslösen. Man spricht auch von der „Angst vor der Angst“.

Verbreitung

Angststörungen sind die am häufigsten vorkommenden psychischen Erkrankungen. Sie treten meist im Kindes- und Jugendalter erstmals auf. Unbehandelt bleiben Angststörungen meist ein Leben lang. Unter den Erwachsenen leidet etwa jeder sechste unter einer Angststörung. Insgesamt sind 1,7 Millionen Erwachsene in Deutschland von der sozialen Phobie betroffen.

Behandlung und Selbsthilfe

Zur Behandlung von Angststörungen werden Psychotherapien empfohlen. Die Gabe von Medikamenten ist ebenfalls möglich. Beides kann auch kombiniert werden. Unter den psychotherapeutischen Verfahren wird bei Angststörungen häufig eine kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt. Grundlage dieses Verfahrens ist die Annahme, dass Gedanken unsere Gefühle beeinflussen können. Nicht die Situation an sich ist gefährlich, sondern es kommt darauf an, wie wir sie bewerten. In der kognitiven Verhaltenstherapie lernen Betroffene ihr bisheriges Bewertungsmuster bei angstauslösenden Situationen zu durchbrechen und Entspannungstechniken zu verwenden.

Menschen, die unter sozialer Phobie leiden, können auch selbst etwas dagegen tun. Eine wichtige Regel lautet, nicht generell vor der Situation zu flüchten. Man kann beispielsweise üben, fremde Menschen anzusprechen, dem Gegenüber in die Augen zu schauen oder sich im Streitgespräch durchzusetzen. Das kostet sicherlich Überwindung und man sollte sich nicht überfordern. Aber je häufiger und je mehr man sich angstauslösenden Situationen aussetzt, desto eher wird die Angst Stück für Stück weniger. Dabei ist es wichtig, auch kleine Erfolge wahrzunehmen und sich darüber zu freuen. Hierbei können auch Selbsthilfegruppen unterstützen.

Quellen:



Stand der Information: April 2016


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