Cannabiskonsum nach Legalisierung unverändert

21.10.2026

Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis hat sich der Konsum nicht bedeutsam verändert. Das zeigt eine neue Studie mit Befragungen vor und nach der Gesetzesänderung.

Blick von oben auf zwei Cannabispflanzen auf hölzernem Balkon

Bild: Anna Derzhina / iStock.com

Wichtige Erkenntnisse

  • Zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis zeigt sich kein bedeutsamer Anstieg der Konsumhäufigkeit in der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 64 Jahren.
  • Auch der Anteil der Personen mit täglichem oder nahezu täglichem Konsum blieb weitgehend stabil.
  • Die Forschenden betonen, dass langfristige Auswirkungen der Teillegalisierung noch nicht abschließend beurteilt werden können.
  • Zugleich liefern weitere Studien Hinweise auf einen Anstieg cannabisbezogener Gesundheitsprobleme.

Er wächst auf dem Balkon, im Blumentopf oder in der Indoor-Plantage. Seit dem 1. April 2024 darf Cannabis legal angebaut werden. Erwachsene dürfen bis zu drei Pflanzen großziehen oder sich in einer Anbauvereinigung zusammenschließen. 

Studienleiter Daniel Kotz und sein Team befassten sich mit der Frage, ob der Cannabiskonsum in Deutschland nach der Teillegalisierung zugenommen hat. Dazu werteten sie Daten mehrerer Befragungen aus, die zwischen April 2022 und April 2026 durchgeführt wurden. Insgesamt nahmen rund 36.000 Personen im Alter von 14 bis 64 Jahren daran teil. 

Keine bedeutsame Veränderung bei Konsumhäufigkeit und Anteil täglichem Konsum

Die Teilnehmenden wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten gefragt, ob sie in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert hatten. Durchschnittlich bejahten dies 6,4 Prozent der Befragten. Unter den Konsumierenden berichteten 11,7 Prozent von einem täglichen oder nahezu täglichen Konsum.

Der Vergleich der Vorher-Nachher-Daten zeigt, dass die Konsumhäufigkeit über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg weitgehend stabil blieb. Zwar gab es einzelne Schwankungen, statistisch konnten die Forschenden jedoch keine bedeutsame Veränderung nach Inkrafttreten des Cannabisgesetzes feststellen. Ein ähnliches Bild zeigen laut den Forschenden auch Abwasseruntersuchungen.

Auch bei den Personen, die schon vor der Reform gekifft hatten, scheint sich nichts gravierend geändert zu haben. Der Anteil der täglich oder nahezu täglich Konsumierenden blieb ähnlich hoch wie vor der Gesetzesänderung.

Zunahme nach Legalisierung in Nord-Amerika

Die Forschenden betonen, dass es sich lediglich um eine Beobachtung der ersten zwei Jahre nach der Reform handelt. Sie verweisen auf die USA und Kanada, in denen eine leichte Zunahme des Konsums nachgewiesen wurde. So hätten sich die Effekte in den USA schrittweise aufgebaut und seien erst nach etwa fünf Jahren deutlich geworden.

Im Unterschied zu Kanada und den USA wurde Cannabis in Deutschland zudem nur teilweise legalisiert. Der kommerzielle Verkauf von Cannabis zum Freizeitkonsum ist weiterhin verboten. Deshalb könnte sich die Wirkung des Gesetzes von den Entwicklungen in Kanada und den USA unterscheiden.

Dennoch Hinweise auf Veränderungen seit Teillegalisierung

Die Ergebnisse beziehen sich allerdings nur auf die Konsumhäufigkeit. Andere Studien legen nahe, dass die Teillegalisierung durchaus mit Veränderungen in Zusammenhang steht. Mitautor Jacob Manthey konnte in einer weiteren Studie zusammen mit Senadin Radas und Ludwig Kraus nachweisen, dass es einen sprunghaften Anstieg der Krankenhausaufnahmen wegen Cannabis nach dem 1. April 2024 gab. Einer Studie aus Bayern zufolge gab es seit der Teillegalisierung zudem mehr diagnostizierte Psychosen in Zusammenhang mit Cannabis.

Quelle:

Kotz, D., Manthey, J., Klosterhalfen, S., Steinhoff, P. & Viechtbauer, W. (2026). Cannabis use prevalence before and early after partial legalisation in Germany. International Journal of Drug Policy, 157, 105501. https://doi.org/10.1016/j.drugpo.2026.105501 

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