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23.09.2026
Der Alkoholkonsum ist auf dem Rückzug. Allerdings bleibt das Rauschtrinken bei jungen Männern weiterhin verbreitet, wie eine aktuelle repräsentative Studie zeigt.

Bild: Vyacheslav Dumchev / iStock.com
Immer später oder gar nicht. Das Einstiegsalter in den Alkoholkonsum steigt. Immer mehr Jugendliche verzichten ganz auf Alkohol. Damit setzt sich der seit Jahren rückläufige Trend beim Alkoholkonsum fort. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat neue repräsentative Daten vorgelegt. Für die Untersuchung wurden rund 7.000 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.
Klar ist: Alkohol ist noch immer die Droge Nummer eins in Deutschland. Aber immer mehr junge Menschen scheinen bewusst auf Alkohol zu verzichten. Besonders deutlich zeigt sich das bei Jugendlichen. Im Jahr 2004 waren Jugendliche bei ihrem ersten Glas Alkohol im Schnitt 14,1 Jahre alt. Aktuell liegt das Einstiegsalter bei 15,1 Jahren.
Im Jahr 2001 hatten 87 Prozent oder fast neun von zehn Jugendlichen bereits Erfahrung mit Alkohol gemacht. Aktuell trifft dies nur noch auf 59 Prozent oder etwa sechs von zehn Jugendlichen in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen zu.
Der wöchentliche Alkoholkonsum liegt sowohl bei Jugendlichen als auch bei jungen Erwachsenen auf einem historischen Tiefstand. Nur noch 7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 25 Prozent der 18- bis 25-Jährigen trinken jede Woche Alkohol. Zum Vergleich: 1979 konsumierten noch 25 Prozent der Jugendlichen und 66 Prozent der jungen Erwachsenen regelmäßig Alkohol.
Für junge Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren bleibt das Thema Rauschtrinken relevant. Während der Anteil junger Frauen, die monatlich Rauschtrinken betreiben, zwischen 2023 und 2025 von 32 auf 26 Prozent zurückging, betreiben unverändert 46 Prozent der jungen Männer dieses riskante Konsummuster.
Dazu erklärt der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streek:
„Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Junge Menschen trinken heute seltener, sie beginnen später mit Alkohol, und der regelmäßige Konsum liegt auf einem historischen Tiefstand. Das ist ermutigend. Es wäre aber falsch, daraus Entwarnung abzuleiten. Gerade beim Rauschtrinken sehen wir, dass riskanter Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Männern weiterhin weit verbreitet ist.“
Das BIÖG weist darauf hin, dass Rauschtrinken für junge Menschen besonders riskant ist, weil sich ihr Gehirn noch entwickelt. Davon sind vor allem Jugendliche betroffen. Aber auch mit 18 Jahren ist das Gehirn noch nicht voll ausgereift. Bis zum Alter von etwa 25 Jahren werden grundlegende Verschaltungen zwischen den Hirnarealen angelegt und verfeinert. Alkohol kann diesen Prozess nachhaltig stören und zu verminderten geistige Fähigkeiten wie schlechtere Lern- und Gedächtnisleistungen führen.
Wer wissen möchte, wie es um den eigenen Alkoholkonsum steht, kann dies mit dem Selbsttest Check your Drinking herausfinden.
Quellen:
Alkohol fördert Gewalt unter jungen Paaren (02.09.2025)
Der Einfluss des Zeitpunkts beim Mischkonsum von Cannabis und Alkohol (06.05.2025)
Geistige Anstrengung kann Lust auf Ungesundes fördern (03.12.2024)
Viel Alkohol in Musik (21.05.2024)
Hikikomori - Phänomen des sozialen Rückzugs steht mit Sucht in Zusammenhang (16.01.2024)Webanalyse / Datenerfassung
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