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Drogenlexikon

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Äther

Geschichte

Am 16. Oktober 1846 gelang dem Zahnarzt William Morton die erste erfolgreiche Vollnarkose mit Schwefeläther (Diethylether). Äther (auch Ether) wurde in der Folge - neben Chloroform - eines der wichtigsten Narkosemittel in der Medizin. Heute werden in der Anästhesie meist andere Narkosemittel eingesetzt, die weniger Nebenwirkungen aufweisen.

Substanz

Chemisch betrachtet lassen sich einfache und höherwertige Ätherverbindungen unterscheiden, die gasförmig, flüssig oder fest sein können. Diethylether ist eine wasserklare, flüchtige Flüssigkeit. In der chemischen Industrie werden Ätherverbindungen auch als Lösungsmittel eingesetzt.

Wirkung

Bevor die Narkose eintritt schaltet Äther die Schmerzverarbeitung im Gehirn aus und hemmt die Reflexe der Muskulatur (was bei chirurgischen Operationen von Vorteil ist). Die Wirkung von Äther ist dem des Alkohols vergleichbar, der betäubende Effekt setzt jedoch viel rascher ein. Durch den hemmenden Effekt auf die Großhirnrinde wird die Fähigkeit zur Selbstkritik stark eingeschränkt und eine euphorische Stimmung ausgelöst.

Nebenwirkung

Nach einer Äthernarkose tritt oft ein Kater mit Übelkeit und Erbrechen auf. In sehr hohen Dosen lähmt es das Atemzentrum, was zum Tode führen kann. Wird Äther dauerhaft als Schnüffelstoff missbraucht, werden die Nasen- und Rachenschleimhaut chronisch gereizt. Häufiges Trinken von Äther führt schnell zu einer schweren Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und Appetitlosigkeit.

Missbrauch

Im 19. Jahrhundert spielte Äther in einigen Ländern (u. a. Deutschland) als Rauschmittel eine Rolle. Zwar ist eine psychische Abhängigkeit möglich, heutzutage gilt der Konsum von Äther jedoch als seltene Form des Drogenkonsums.


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